Hohenstaufen (Berg)

Ansicht von Westsüdwest
Der Hohenstaufen ist ein 684 m ü. NHN hoher, der Schwäbischen Alb vorgelagerter Zeugenberg, neben dem Stuifen und dem Rechberg der westlichste der nahe beieinander stehenden, so genannten Drei Kaiserberge zwischen dem Remstal im Norden und dem Lauter- und dem Filstal im Süden. Sein Kegel erhebt sich weithin sichtbar zwischen den Städten Schwäbisch Gmünd und Göppingen und ist ein markantes Element der Landschaftssilhouette um Göppingen. Der Name des Berges beschreibt seine Form, die an einen umgedrehten Kelch („Stauf“) erinnert.
Auf dem Berg liegt die Ruine der Stammburg des Adelsgeschlechts der Staufer, die ehemalige Burg Hohenstaufen. Eine Tafel auf dem Gipfel erläutert das Panorama. Seit dem 1. Juni 2002 steht auf dem Berg zur Erinnerung an die Stauferzeit eine Stauferstele.
Es gibt dort außerdem ein kleines Ausflugsrestaurant. Der Gipfel ist nur zu Fuß zu erreichen, am kürzesten vom gleichnamigen Göppinger Ortsteil Hohenstaufen aus.
Am Südwestabhang befindet sich die sogenannte Spielburg, eine abgerutschte Kalkstein-Felsgruppe des anstehenden Weißjura-Gesteins.
Ansicht von Norden
Ansicht von Südwesten. Rechts im Hintergrund der Rechberg
Hohenstaufen von Hohrein aus, Zeichnung von Margret Hofheinz-Döring
Blick auf Spielburg, Zeichnung von Margret Hofheinz-Döring
Blick auf Stadt und Berg Hohenstaufen
Ausblick von der Spielburg
‎Blick auf die Spielburg
Stauferstele auf dem Hohenstaufen
Hohenstaufen von Süden

Elbhochwasser 2006

Das Elbhochwasser im März und April 2006 gehörte fast am gesamten Flussverlauf zu den stärksten Hochwassern, die an der Elbe je gemessen wurden und unterscheidet sich insofern von den für die Elbe normalen Frühjahrshochwassern, die durch Tauwetter im Oberlauf ausgelöst werden. Betroffen waren unter anderem die Tschechischen Zuflüsse Moldau und Eger, Teile der beiden Muldeflüsse und fast der gesamte Verlauf der Elbe von Hradec Králové (Königgrätz) über den tschechischen und sächsischen Oberlauf bis in den norddeutschen Mittel- und Unterlauf. Vor allem im unteren Mittellauf ist das Hochwasser mit dem Hochwasser von 2002 vergleichbar, durchlief den Flusslauf aber in einer viel längeren Flutwelle.
Anfang April wurden einige Städte wie das niedersächsische Hitzacker weitgehend überflutet. Die Marke der Jahrhundertflut von 2002 wurde an einigen Orten erreicht oder sogar übertroffen. In Lauenburg geschah dies bereits am 7. April.

Auslöser für das Hochwasser war starkes Tauwetter in den Mittelgebirgen am Oberlauf der Elbe. In den Kammlagen des Erzgebirges, Böhmischen Mittelgebirges sowie im Böhmerwald und Riesengebirge sammelten sich im gesamten Winter Schneehöhen bis über 1,5 Meter. Durch vorhergehende kurze Tauprozesse und die lange Liegezeit war der Schnee vergleichsweise stark komprimiert und wasserreich. Ende März kam es dann durch einen starken Temperatursprung und hohe Niederschläge zum raschen Abschmelzen der Schneemassen. Im Erzgebirge fiel der Niederschlag vergleichsweise niedrig aus, so dass es an den Nebengewässern der oberen Elbe zu keinem gefährlichen Hochwasser kam. Anfang März kam es an diesen Gewässern bereits zu Hochwassern, die durch Eisversatz gefährlicher wirkten. Starke Niederschläge fielen Ende März dann insbesondere im Süden Tschechiens und im zentralen Böhmischen Becken.
Für das starke Anschwellen des Flusses am unteren Mittellauf müssen weitere Ursachen gesucht werden. Zum einen wurden im südlichen Mittellauf, vor allem in Sachsen-Anhalt Deichanlagen erhöht und auf ganzen Strecken seit 2002 erneuert. Diese hielten der Elbe stand und verhinderten das Überschwemmen der Retentionsräume wie noch 2002. Einher geht dies mit ungünstiger Flussverbauung. Ein weiterer Grund für das Übersteigen der Hochwassermarke von 2002 nördlich von Magdeburg liegt in der gestreckten Flutwelle, die auf der mehrere hundert Kilometer langen Strecke von Niedersachsen bis zur Moldaumündung gleichzeitig die höchsten Alarmpegel auslöste. Im Mittellauf verringerte sich die Fließgeschwindigkeit, wodurch es zur Stauchung der Welle kam.
Im südlichen Tschechien traten mehrere Nebenflüsse der Elbe über; große Gebiete mussten evakuiert werden. Auch die Elbe selbst stieg so hoch an, dass es zu Evakuierungen kam. In Tschechien kamen bei den Hochwassern der Flüsse mehrere Menschen ums Leben.
Der sehr gestreckte Hochwasserscheitel passierte Sachsen zwischen dem 1. und 5. April. In Dresden lag der Pegel am 4. April mit 7,49 etwa 2 Metern unter dem Rekordpegel von 2002. Für einige Stadtteile Dresdens (Kleinzschachwitz, Pillnitz, Laubegast und Gohlis) musste genau wie für zahlreiche Gemeinden in den Landkreisen Sächsische Schweiz, Meißen und Torgau-Oschatz Katastrophenalarm ausgelöst werden. Abgesehen von Störungen im Straßenverkehr (Schließung von zahlreichen Uferstraßen und des Blauen Wunders) war Dresden von dem Hochwasser wenig getroffen. Der Ortsteil Gohlis, dessen Deich bis 7,40 Meter ausgelegt ist, war am meisten gefährdet. Stärker als Dresden wurden die Städte Bad Schandau, Pirna und Meißen vom Hochwasser überschwemmt. In Dresden entstand der meiste Schaden durch überflutete Keller, wenngleich auch vereinzelt, wie in Zschieren, Häuser überschwemmt waren.
In Dresden lag der Pegel der Elbe noch am 18. April, also 2 Wochen nach Durchlaufen des Scheitelpunktes, mit fast 5 Metern mehr als doppelt so hoch wie normal und verblieb damit über Wochen im Pegelbereich des Hochwassers.
In Sachsen-Anhalt und Brandenburg hielten die Deiche dem Hochwasser stand. Nach dem Hochwasser 2002 wurden die Deichanlagen der Elbe vor allem in diesen beiden Ländern auf ganzen Strecken erneuert. Magdeburg konnte durch den Elbe-Umflutkanal entlastet werden.
In beiden Ländern wurde eher der lang gestreckter Hochwasserscheitel zur Bedrohung, weil dadurch zeitlich sehr lange hoher Druck auf die Deiche wirkte.
In Niedersachsen wurde vor allem Hitzacker schwer überflutet. Dort stand das Wasser höher als noch 2002. Hitzacker ist durch keine Deiche geschützt und wurde so im gesamten Stadtkern überschwemmt.
Auch Teile der Altstadt von Lauenburg in Schleswig-Holstein wurden von der Elbe überschwemmt.

Stadthaushotel Hamburg Altona

53.5581111111119.9491666666667Koordinaten: 53° 33′ 29″ N, 9° 56′ 57″ O
Das Stadthaushotel Hamburg Altona wurde als erstes Integrationshotel Europas bekannt. Es befindet sich im Stadtteil Altona-Altstadt an der Kreuzung Holstenstraße/Max-Brauer-Allee. Betreiber ist die jugend hilft jugend–Arbeit gemeinnützige GmbH. In dem integrativen Hotel arbeiten und lernen Menschen mit und ohne Handicap zusammen; so haben neun der zwölf Mitarbeiter des Stadthaushotels geistige und körperliche Behinderungen.
Es gelten die Standards normaler Hotels. Darüber hinaus ist die Zugänglichkeit der Zimmer auch für Menschen mit Behinderung Bestandteil des Konzepts. Das Stadthaushotel besitzt vier Einzel-, acht Doppel- und ein Familienzimmer sowie einen Konferenzraum; sieben der Zimmer eignen sich für Rollstuhlfahrer, alle Zimmer sind für Allergiker geeignet. Besucht wird es aber zu 70 Prozent von Geschäftsleuten, Familien und Touristen aus der ganzen Welt. In zahlreichen Zeitungsartikeln und Fernsehsendungen, auch international, wurde über das Hotel berichtet.
Inzwischen entstanden in Deutschland über dreißig Integrationshotels nach dem Konzept des Stadthaushotels Hamburg Altona. Ein Teil von ihnen schloss sich zu dem Verbund Embrace-Hotels zusammen, dem auch das Stadthaushotel angehört.

Der Betreiber des Stadthaushotels Altona plant ein weiteres Integrationshotel, in der Hafencity Hamburg. Mit 80 Zimmern, einem Restaurant, einem Konferenz- und Festsaal sowie einem Tagungsraum entstünde so das größte Integrationshotel Europas. 40 der 60 neu entstehenden Arbeitsplätze sind für Menschen mit Handicap gedacht. Hamburger Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur unterstützen das Vorhaben.

Ludwig Jacobi

Ludwig Herrmann Wilhelm Jacobi (* 31. März 1816 in Schwedt; † 11. Oktober 1882 in Berlin) war ein preußischer Beamter und Politiker.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Danzig studierte Jacobi in Berlin und Bonn. Anschließend unternahm er mehrere Reisen durch Deutschland und nach Paris um industrielle Studien zu betreiben.
Er war 1837 Auskulator am Oberlandesgericht in Posen. Er wurde 1840 zum Regierungsassessor ernannt. Er war als solcher in Danzig, Gumbinnen und Köslin tätig. Im Jahr 1844 wechselte er zur Generalkommission nach Münster. Jacobi war 1848 Hilfsarbeiter im Handelsministerium und ging 1849 im Range eines Regierungsrates zur Bezirksregierung nach Arnsberg. In dieser Zeit nahm er erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung des Regierungsbezirks. Ab 1860 war er Geheimer Regierungsrat im Innenministerium. Aus politischen Gründen wurde er 1864 zur Regierung nach Liegnitz strafversetzt. Der Hintergrund war, dass er sich 1863 schriftlich gegen die nach seiner Ansicht verfassungswidrige Pressegesetzgebung geäußert hatte. Daraufhin wurde ihm eine ultraliberale Gesinnung unterstellt. Im Jahr 1882 schied Jacobi aus dem Staatsdienst aus.
Er war zwischen 1867 und 1882 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. Dort gehörte er der Kommission für Handel und Gewerbe an. Von 1871 bis 1876 und noch einmal von 1881 bis 1882 war er auch Mitglied des Reichstages. Er gehörte der Nationalliberalen Partei an.
Er veröffentlichte verschiedene Schriften zur Gewerbestatistik im Regierungsbezirk Arnsberg. Sein Werk über das Berg-, Hütten- und Gewerbewesen im Regierungsbezirk Arnsberg von 1857 war die erste wirtschaftsstatistische Darstellung dieser Region. Er hat dort neben den reinen Zahlen auch gemahnt, die industrielle Entwicklung zum „Wohl der Menschheit“ zu gestalten. Unter anderem hat er die Gründung von Arbeiterunterstützungskassen gefordert. Er schrieb auch über die Zustände in Schlesien, über das Versicherungswesen und weitere Themen. Jacobi gab auch die Zeitschrift des Deutschen Beamtenvereins heraus. Er war Vorsitzender des Liegnitzer Vereins zur Unterstützung der Kriegerfamilien.

Ache

Ache, Achen ist ein Flussname (Hydronym), der im Alpenraum, aber auch in Südwestdeutschland häufig auftaucht. Der Namensanhang -ach kommt überwiegend im alemannischen und bairisch-österreichischen Sprachraum vor, zusammen mit Abwandlungen wie -a, -aa, -aue, -ohe ist das Wort allgemeines deutschsprachiges Namensgut.

Ache stammt ab von althochdeutsch aha ‚Fließgewässer‘, urgermanisch *ahwō, wie auch niederländisch Aa, saterfriesisch äi, nordfriesisch ia und schwedisch/dänisch/norwegisch å. Das Wort ist urverwandt mit lateinisch aqua.
Wurzelverwandt ist das Wort Aue ahd. ouwa ‚Insel‘, mittelhochdeutsch ouwe für ‚wasserumflossenes Land, Flussinsel, feuchter Grund, Feuchtwiese, Flussaue, Auwaldland‘, and. â und an. ey, von *awjō, mit einem -j-haltigen Suffix.
In seinem Verbreitungsgebiet wird Fluss, Ache und Bach ziemlich klar unterschieden:
Typisches Beispiel ist die Salzach, die heute als „Fluss“ bezeichnet wird, früher aber als „Ache“, da sie nicht schiffbar war und nur mit Flößen befahren werden konnte. Auch ihre Nebenflüsse sind streng nach Ache und Bach getrennt. Eine Ache treibt typischerweise viele Wassermühlen an, die häufig im Abstand weniger hundert Meter aufeinander folgen oder im Gebirge in noch geringeren Abständen.
Eine weitere spezifische Eigenschaft als Mittelgebirgsbach zeigt sich am Achensee und seinem Abfluss, dem Achen Bach: Das Wort bezieht sich hier insbesondere auf das klare und sehr saubere Wasser.
Insgesamt zeigt sich die Ache hierbei als „urbare Bachlandschaft“, die der Besiedlung, Kultivierung und Nutzbarmachung zugänglich ist.
Während die Namen auf -bach der hochmittelalterlichen Landnahme zuzuordnen sind, sind die -ach-Namen auf eine deutlich frühere Sprachschicht zurückzuführen (Verkehrswege der Völkerwanderungszeit, germanische Besiedlungsphasen). Allgemein gilt als Abgrenzung zwischen den -ach und den -bach-Namen etwa das Ende des 12. Jahrhunderts.
Noch frühere, romanische und keltische Siedlungphasen im nördlichen, und slawische im südlichen Ostalpenraum zeigen ein anderes Namensbild, obwohl diese Namen durchaus im Bestimmungsstamm der -ach-Namen erhalten sein können.
Auszuscheiden sind davon aber im bairischen Raum Kollektiva (Sammelnamen), die auf einen alten Pluralsuffix mittelhochdeutsch -ach zurückgehen, althochdeutsch -ahi, das bei Siedlungs- und Hofnamen vor allem in Verbindung mit Pflanzen steht (wie er etwa im Jiddischen als Diminutivpluralbildung erhalten ist: Schtetl ‚Städtchen‘ – Pl. Schtetlech ). Solche Namen datieren sicher vor etwa dem 13. Jahrhundert. Als Beispiel steht Birkach (Gemeinde Höhnhart, Oberösterreich) in der Bedeutung ‚Birkenwald‘, oder im Sinne eines Lokativs zu einem slawischen Flurnamen: Zmöllach, Steiermark – eine Höhenlage, 1300 Zmolowe, zu slaw. *smolova, *smolnja ‚wacholderreiche Gegend‘ (wie slowenisch smola ‚Harz, Pech‘), auch Sollingen (Gemeinde Aspach, OÖ), ein unechter -ing-Name, mhd. als *salhach ‚Salweidenwald‘ zu salhe ‚Salweide‘.
Ahr, Aar, Acher ist keltischen Ursprungs und allenfalls urindogermanisch verwandt mit dem germanischen Wort.
Orts- und Flurnamen: Daneben ist die Silbe auch häufiger Bestandteil von Ortsnamen – für Orte, die an Achen oder mühlentauglichen Fluss- oder Bachabschnitten gelegen sind, aber auch in Flussauen – und zahllosen Flurnamen. Dadurch geht der Name natürlich auch auf zahlreiche Familiennamen über.
In anderen Sprachen:
Ferner gibt es eine große Anzahl an Flüssen und Bächen, die -ach als Anhang haben, Beispiele sind:

Semiconductor Manufacturing International Corporation

SMIC (Semiconductor Manufacturing International Corporation) ist ein chinesischer Halbleiterhersteller und wurde im Jahr 2000 mit Unterstützung der chinesischen Regierung gegründet, um die Möglichkeit zur Produktion von modernen Halbleitern im eigenen Land zu schaffen.
Seit 2004 notiert SMIC an der Börse New York (Kürzel SMI), und der Börse Hong Kong (Nr. 0981); angeblich besitzt der chinesische Staat weiterhin entscheidenden Einfluss.
Die Firma produziert als Foundry ICs mit Strukturbreiten von 0,35 Mikrometern bis 45 Nanometern (Letzteres in Lizenz von IBM) für andere Unternehmen ohne eigene Fertigungskapazitäten (fabless), Kunden für DDR-SDRAM sind z. B. Elpida Memory und früher Qimonda. Daneben gehören auch Solarzellen zum Produktangebot.
Nach steigendem Umsatz in den letzten Jahren (2004: 0,97 Mrd. US$, 2007: 1,55 Mrd. US$) ist dieser 2008 leicht gesunken auf 1,35 Mrd. US$, mit einem Verlust von 59 Mio. US$.
Der Hauptsitz und drei Fabriken, die 200 mm- Wafer verarbeiten können, befinden sich in Shanghai, eine weitere in Tianjin. Die modernste Fabrik für 300 mm- Wafer steht in Peking, eine weitere in Wuhan fertigt seit 2008 Flash-Speicher für Spansion. Marketing- und Kundendienstniederlassungen finden sich in den Vereinigten Staaten von Amerika, Japan und Italien.

Cornelius Johannes Barchman Wuytiers

Cornelius Johannes Barchman Wuytiers (* 1692 in Utrecht; † 13. Mai 1733 in Utrecht) war der zweite alt-katholische Erzbischof von Utrecht.

Cornelis Johannes Barchman Wuytiers wurde als Sohn des Jean Baptist Barchmann Wuytiers und der Isabella Lucretia Voet geboren. Sein Vater war römisch-katholisch, die Mutter reformiert. Cornelis wurde im katholischen Glauben erzogen, seine Schulbildung erhielt er unter anderem in Mechelen, wo die Oratorianer eine Schule unterhielten. Nachdem er 1717 den Grad eines Magisters Artium erworben hatte, ging er nach Paris zu weiteren Studien. Im südfranzösischen Bistum Senez erhielt Wuytiers, gemeinsam mit einigen weiteren Priesteramtskandidaten der Kirche von Utrecht, im März 1719 Tonsur, Subdiakonats- und Diakonatsweihe und am 8. April 1719 die Priesterweihe. Für einige Jahre diente er als Kaplan in Leiden. Am 19. April 1725 bestand er in Löwen mit summa cum laude die Prüfung zum licentiatus utriusque iuris. Im selben Jahr wurde er als Kanonikus und Generalvikar in das Utrechter Metropolitankapitel berufen.
Nach dem Ableben von Cornelius Steenoven im April 1725 wählte das Utrechter Domkapitel, unter Ausübung seines seit 1145 verbrieften Wahlrechts, Cornelis Barchman Wuytiers zum Erzbischof. Am 30. September 1725 fand die Bischofsweihe statt, als Konsekrator fungierte der katholische Bischof Dominique Varlet. Der Ritus wurde, bis auf die Unterlassung des päpstlichen Treueeides, streng nach dem römischen Pontifikale vollzogen. Papst Benedikt XIII., dem die Wahl mit der Bitte um Bestätigung angezeigt worden war, hatte die Zustimmung verweigert. Am 6. Dezember 1725 exkommunizierte er den neuen Erzbischof und legte heftigen Protest gegen die Amtseinsetzung ein.
Unter dem Episkopat von Wuytiers wurde dem seit 1722 in Amersfoort bestehenden Knabenseminar ab 1725 ein Seminar für die theologische Ausbildung der Utrechter Theologen beigegeben. Das Seminargebäude wurde 1726 fertiggestellt. Ein weiterer Wirkungsbereich war die Aufrechterhaltung der Pfarrgemeinden. Jede Neubesetzung einer vakanten Pfarrstelle führte zu großen Auseinandersetzungen zwischen dem Erzbistum und den römischen Stellen, wobei der niederländische Staat bestrebt war, den status quo der Gebietsaufteilung beizubehalten. Barchman Wuytiers und das Metropolitankapitel konnten die Zahl der Gemeinden, die ihnen zur Seelsorge anvertraut waren, stabil halten.
Im Laufe seines ersten Amtsjahres besuchte er 22 Orte und 36 Gemeinden und spendete 2.700 Personen das Sakrament der Firmung. Die Firmung wurde damals nach dem römischen Ritual gespendet, jedoch so, dass der Erzbischof die lateinischen Gebete auf niederländisch erläuterte. Weitere Pastoralreisen folgten. Erzbischof Cornelis Barchman Wuytiers unterstützte auch die Übersetzung der Bibel in die niederländische Sprache, welche bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts begonnen hatte und vom Utrechter Domkapitel finanziell unterstützt wurde. Die Übersetzung erschien in vollständiger Form im Jahre 1732.
Cornelius Johannes Barchman Wuytiers verstarb am 13. Mai 1733, am 20. Mai 1733 wurde sein Leichnam nach Warmond bei Leyden überführt. Der Erzbischof ruht dort in der Gruft der Kirche neben seinen Vorgängern Petrus Codde und Cornelis Steenoven.
Das unter seinem Episkopat 1726 errichtete Seminargebäude beherbergte auch während der nächsten elf Erzbischöfe, also über 240 Jahre lang, das Priesterseminar. Das Bauwerk wird bis zum heutigen Tag durch das Erzbistum Utrecht genützt, das Seminar wurde Anfang der 1970er Jahre nach Utrecht umgesiedelt. Alle Pfarrgemeinden in der Kirchenprovinz Utrecht, die sich im kirchlichen Rechtsstreit von 1723 loyal zum Domkapitel erklärt hatten, blieben unter seinem Episkopat der Kirche von Utrecht erhalten. Während seiner Amtszeit konnte somit eine Konsolidierung der Verhältnisse eintreten. Er wurde für seine theologischen Kenntnisse und seinen geistlichen Eifer gerühmt. In Amsterdam soll er einige Wunder vollbracht haben.

Belzhag

49.2202777777789.6677777777778339Koordinaten: 49° 13′ 13″ N, 9° 40′ 4″ O
Belzhag ist ein Ortsteil der Gemeinde Kupferzell im Hohenlohekreis im nordöstlichen Baden-Württemberg.
Belzhag liegt weniger als zwei Kilometer südwestlich der Ortsmitte von Kupferzell. In seinem Osten führt die Bundesstraße 19 nahe am Dorf vorbei, von der wenig südlich die L 1036 in Richtung Waldenburg-Hohebuch–Neuenstein nach Westen abzweigt. Die Spange der K 2369 zwischen Kupferzell und Hohebuch quert das Dorf. Im Ortsbereich entspringt die 21 km lange und von Anfang ihres nordwestlichen Laufes an begradigte Sall, der hier auf dem linken Hang die K 2386 folgt.
Erstmals urkundlich erwähnt wird das Dorf im Jahre 1266, als Konrad von Krautheim dem Kloster Gnadental Güter in Belzhagene schenkt. Der Ortsname wechselte danach von Beltzhagen (1606) und Belzhaag (1810) zum heutigen Namen ab 1824. Belzhag gehörte 1807 bis 1824 zur Gemeinde Kupferzell und wurde dann der Gemeinde Westernach angegliedert. Zusammen mit Westernach kam Belzhag im Rahmen der Gemeindereform am 1. Januar 1972 zur durch einen Zusammenschluss neu gebildeten Gemeinde Kupferzell.
Bauersbach | Beltersrot | Belzhag | Einweiler | Eschental | Feßbach | Füßbach | Goggenbach | Hesselbronn | Kubach | Künsbach | Kupferzell | Löcherholz | Mangoldsall | Neu-Kupfer | Rechbach | Rüblingen | Schafhof | Stegmühle | Ulrichsberg | Westernach

Datenschutzmanagement

Datenschutzmanagement ist eine Managementmethode, um die gesetzlichen und betrieblichen Anforderungen des Datenschutzes systematisch zu planen, zu organisieren, zu steuern und zu kontrollieren.

Ausgangspunkt bildet die Idee, Unternehmen und Behörden eine Systematik an die Hand zu reichen, die sich in die Geschäftsprozesse integrieren lässt, um Datenschutz langfristig und nachvollziehbar innerhalb der Organisation zu verankern. Ein Datenschutz-Managementsystem (Abk. DSMS) kann nach den Maßstäben internationaler Managementstandards aufgesetzt werden.
Üblicherweise wird zunächst definiert und festgelegt, welche Strukturen, Rollen und Verantwortlichkeiten auszuweisen sind. Das zentrale Element eines Managementsystems stellt die Dokumentation dar. Dementsprechend ist die Organisation der Datenschutz-Dokumentation nach Good-Practice-Beispielen aufzubauen. Als Ergänzung sollte ein Anforderungskatalog vorhanden sein, der in sich gesetzliche Anforderungen und wesentliche Anforderungen der Informationssicherheit vereint. Da in der Regel das Ziel von Managementsystemen ein global anwendbarer Standard ist, werden Bezüge zu spezifischen Gesetzestexten ausgelassen. Jedoch kann das Bundesdatenschutzgesetz aufgrund seiner hohen Maßstäbe als Orientierungsrahmen dienen. Der Aufbau eines kontinuierlichen Managementkreislaufs unterstützt z.B. die saubere Ausgestaltung einer Auftragsdatenverarbeitung nach § 11 BDSG. Der aktuellen Managementsystematik liegt zumeist das Model des PDCA-Zyklus zugrunde.
In der Praxis lässt sich die Systematik eines Datenschutzmanagementsystems in ein bestehendes Qualitätsmanagementsystem oder auch ein Informationssicherheits-Managementsystem einbinden. Zudem bieten inzwischen akkreditierte, kommerzielle Anbieter nach entsprechendem Audit-Prozess ein Zertifikat für ein funktionierendes Managementsystem an.
Aktuell hat bisher eine deutsche Aufsichtsbehörde (Landesbeauftragte für den Datenschutz Rheinland-Pfalz) erst eine Managementsystematik für den Datenschutz geprüft und für die Praxis empfohlen.

Brauhaus Sion

Das Brauhaus Sion ist eine historische ehemalige Brauerei sowie heutige Gastwirtschaft in der Kölner Altstadt. Das Brauhaus führt die Tradition der im Jahre 1318 erstmals unter der Adresse „Unter Taschenmacher zu Köln“ erwähnten Schankwirtschaft an gleicher Stätte fort.

Im Jahr 1318 befand sich das Gebäude auf dem Bauplatz des heutigen Brauhauses Sion, Unter Taschenmacher Nr. 5, im Besitz des Bierbrauers Johannes Braxator; ein entsprechender Eintrag im Schreinsbuch von St. Laurenz aus dieser Zeit lautet: „Domus Kusini, que modo Medebruyrs dic“; (übersetzt : „Das Haus zu den Kusins, welches Medebruyrs genannt wird“). Gebraut wurde hier das sogenannte Medebier, das mit Kräutern und Honig versetzt wurde. Da das Braurecht zu dieser Zeit in Köln immer an das Haus gebunden war, ist gesichert davon auszugehen, dass im frühen 14. Jahrhundert Bier im damaligen Gebäude gebraut wurde. Die Handelsmarke „Sion“ bezieht sich heute auf diese „Haustradition seit 1318“.
Das Brauregister der Stadt Köln weist das Haus „Unter Taschenmacher Nr. 5“ im Jahre 1835 als Hausbrauerei des Brauers Christian Peter Herbertz aus, der an dieser Stätte bis 1852 Bier braute.
Adam Jüsgen folgte ihm bis 1879 und dessen Sohn Joseph setzte die Brautradition bis 1885 fort. Der Brauer Louis Kivernagel führte die die Hausbrauerei und Schankwirtschaft danach bis 1895.
Nachdem Anton Vetten die Brauerei bis 1901 geleitet hatte, kehrte die Familie Jüsgen, mit Jean Jüsgen, bis 1904 in den vormaligen Familienbraubetrieb zurück. Jüsgen nannte seine Hausbrauerei zu dieser Zeit in „Dombrauerei“ und das Brauhaus in „Dombräues“ um. Im Anschluss übernahm Josef Schwartz, der Eigentümer der Brauerei zur Malzmühle, bis 1912 das Haus.
Jean Sion, der aus einer Brauerfamilie in der Eifel stammte, übernahm die Hausbrauerei bis zu seinem Tod im Jahr 1915; dessen Erbengemeinschaft folgte als Eigentümer bis 1928.
Georg Risch, der Ehemann der Witwe des Brauers Jean Sion, führte den Betrieb bis zum Jahr 1936 fort. Im gleichen Jahr übernahm Hans Sion die Brauerei sowie das im Gebäude befindliche Brauhaus. Das Brauhaus durfte Ende der 1930er Jahre nicht mehr „Dombräues“ genannt werden, da die Hirsch-Brauerei aus Bayenthal (damals mit der Marke: „Dom-Pils“) gegen den Namen erfolgreich geklagt hatte. Durch Bombentreffer am 31. Mai 1942 wurde die Hausbrauerei weitgehend zerstört und war während des Zweiten Weltkrieges nicht mehr nutzbar. Die völlige Zerstörung des Gebäudes erfolgte zu Ende des Krieges. Hans Sion ließ das Haus danach wieder aufbauen und firmierte unter dem heutigen Namen „Brauhaus Sion“. Der Braubetrieb dieser vormaligen Hausbrauerei wurde im Gebäude nicht wieder aufgenommen, das Bier der Traditionsmarke wurde als Lohnbräu in anderen Kölner Brauereien, seit 1993 neben anderen Marken in der Bergischen Löwenbrauerei in Köln-Mülheim des Kölner Verbundes, hergestellt. Seit dem Tod von Hans Sion im Jahr 1998 führt sein Sohn Hans Georg Sion das Brau- und ursprüngliche Stammhaus der Sion-Kölsch-Brauerei. Das Brauhaus Sion umfasst heute den Gebäudekomplex „Unter Taschenmacher Nr. 3-11“ und bietet Sitzplätze für circa 600 Gäste.
Das Brauhaus Sion am Kölner Alter Markt ist auch eine der historischen „Stationen“ des Kölner Brauhauswanderwegs, die vom Brauer Hans Sion – zusammen mit dem Schriftsteller Franz Mathar und der Hans-Sion-Stiftung – im Jahr 1997 initiiert wurde.
Theke
Detail im Thekenbereich
Sion-Kölsch vom Fass
Brauhausschild, mit Rathaus im Hintergrund
Die im rustikalen Brauhausstil eingerichtete Gastwirtschaft „Brauhaus Sion“ bietet überwiegend Spezialitäten der regionalen Rheinischen Küche an. Zum Sion-Kölsch vom Fass werden auch Kleinigkeiten gereicht, wie „Halver Hahn“ , „Rievkoche“ oder „Kölscher Kaviar“.
50.9394226.959422Koordinaten: 50° 56′ 22″ N, 6° 57′ 34″ O