Wolf von Bettendorf

Wolf von Bettendorf (* 1490, † 16. Maijul./ 27. Maigreg. 1555 in Groß-Umstadt) war kurpfälzischer Oberamtmann im Oberamt Otzberg und im halben Umstadt.

Wolf von Bettendorf stammte aus dem Geschlecht von Bettendorf. Er war das zehnte Kind des Philipp von Bettendorf (1446) und dessen zweiter Frau Noppurga (Notburga) von Westerstetten.
Sein Neffe Dietrich von Bettendorf regierte ab 1552 als Fürstbischof von Worms. Dessen Bruder Philipp heiratete in zweiter Ehe Veronika von Venningen, Tochter des langjährigen kurpfälzischen Kanzlers Florenz von Venningen (1466–1538) und Nichte der Äbtissin Margaretha von Venningen († 1505).
Wolf von Bettendorf war zweimal (1530 und 1547) Oberamtmann der Kurpfalz im Kondominat Umstadt und im Oberamt Otzberg.
Er heiratete Margaretha Brackin von Klingen, die Tochter des Konrad Brack von Klingen und der Maria von Kronberg. Aus dieser Ehe gingen neun Kinder hervor.
Wolfs Enkel und Sohn Johannes von Bettendorfs, der kurpfälzische Rat und Stallmeister, Johann (Hans) Christoph von Bettendorf († 15. Juli 1602) wurde zusammen mit seiner Ehefrau Maria Ursula Hafnerin von Waslenheim (Tochter des Wolfgang Haffner von Waslenheim und der Margaretha Hüffel; † 23. Februar 1605) und deren Sohn Johann Jakob († 12. Mai 1601) in der Vorhalle der Stiftskirche St. Peter und Alexander in Aschaffenburg beigesetzt.
Zwei Grabepitaphe aus gelb- bis rötlichem Sandstein befinden sich in der Stadtkirche von Groß-Umstadt: Der Grabstein des Wolf von Bettendorf († 1554) und ein Fragment seiner im gleichen Jahr verstorbenen Tochter Lucia von Bettendorf († 1554), geborene Landschad von Steinach.
Der Epitaph Wolfs umfasst folgenden Text:
„ANNO CHRISTI MDLV AM XVI. TAGE DES MAIEN STARBEDER EDEL VND EHRENFEST WOLFF VON BETTE NDORFF AMBTMANN ZU OTZBERG D(em) G(ott) G(nad)“

Lissabon-Urteil

Mit dem Lissabon-Urteil entschied der Zweite Senat des deutschen Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) am 30. Juni 2009 über mehrere Anträge. Sowohl der Vertrag von Lissabon (beziehungsweise das entsprechende deutsche Zustimmungsgesetz) als auch die Umsetzung in deutsches Recht im dazugehörigen Begleitgesetz wurden auf die Vereinbarkeit mit dem deutschen Grundgesetz (Verfassungsmäßigkeit beziehungsweise Verfassungswidrigkeit) überprüft.
Das deutsche Begleitgesetz verstieß nach dieser Entscheidung teilweise gegen das Grundgesetz. Der Vertrag von Lissabon sei zwar mit dem Grundgesetz zu vereinbaren, er dürfe aber erst durch Deutschland ratifiziert werden, wenn ein neues Begleitgesetz den nationalen Parlamenten mehr Rechte einräumte.

Der Vertrag von Lissabon wurde zwischen den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union am 13. Dezember 2007 unter der portugiesischen Ratspräsidentschaft in Lissabon unterzeichnet. Es ging den Mitgliedstaaten darum, den europäischen Einigungsprozess voranzutreiben. Insbesondere sollte die Union eine einheitliche Struktur und Rechtspersönlichkeit erhalten, Zuständigkeiten sollten besser geregelt und die Effizienz bei der Entscheidungsfindung gesteigert werden. In Deutschland beschloss der Bundesrat am 15. Februar 2008 gemäß Art. 76 GG eine Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zum Vertrag von Lissabon vom 13. Dezember 2007, welche sein Ausschuss für Fragen der Europäischen Union empfohlen hatte. Am 24. April 2008 stimmte der Bundestag mit 515 Ja-Stimmen bei 58 Gegenstimmen und einer Enthaltung für das Gesetz zum Vertrag von Lissabon. Am 23. Mai 2008 ratifizierte auch der Bundesrat den EU-Vertrag mit 66 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen; 15 Länder stimmten zu, Berlin enthielt sich auf Bestreben der dort mitregierenden Partei Die Linke.
Im Lissabon-Urteil entschied das Bundesverfassungsgericht in insgesamt sechs Verfahren über unterschiedliche Anträge. Der Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler (CSU), der bereits 2005 gegen den Europäischen Verfassungsvertrag geklagt hatte, beantragte noch am Tag der Ratifikation durch den Bundesrat, im Organstreitverfahren festzustellen, dass das Gesetz zum Vertrag von Lissabon gegen Art. 20 Absatz 1 und Absatz 2, Art. 23 Absatz 1 und Art. 79 Absatz 3 Grundgesetz verstoße. Außerdem trug er vor, dass Artikel 1 Nummer 1 und Nummer 2 des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Art. 23, 45 und 93) vom 8. Oktober 2008 und Artikel 1 § 3 Absatz 2, § 4 Absatz 3 Nummer 3 und Absatz 6 sowie § 5 des Gesetzes über die Ausweitung und Stärkung der Rechte des Bundestages und des Bundesrates in Angelegenheiten der Europäischen Union gegen Artikel 20 Absatz 1 und Absatz 2, Artikel 23 Absatz 1 und Artikel 79 Absatz 3 Grundgesetz verstießen. In beiden Fällen sah sich der Antragsteller in seinem Recht als Abgeordneter aus Art. 38 Absatz 1 Grundgesetz verletzt. Antragsgegner waren ebenfalls in beiden Fällen der Deutsche Bundestag und die Bundesregierung. Die Klageschrift wurde im Wesentlichen durch den Staatsrechts-Professor Karl Albrecht Schachtschneider verfasst und eingereicht; das die Klagen tragende Gutachten verfasste der Staatsrechtler Dietrich Murswiek aus Freiburg, der die Klage auch vor dem Bundesverfassungsgericht vertrat. Die Bundestagsfraktion der Linken, vertreten durch ihre Vorsitzenden Gregor Gysi und Oskar Lafontaine, beantragten gleichfalls, im Organstreitverfahren festzustellen, dass das Gesetz vom 8. Oktober 2008 zum Vertrag von Lissabon den Deutschen Bundestag in seinen Rechten als legislatives Organ verletze und deshalb unvereinbar mit dem Grundgesetz sei. Antragsgegner in diesem Verfahren war lediglich der Bundestag, nicht jedoch die Bundesregierung.
In vier weiteren Verfahren beantragten neben Peter Gauweiler Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie mehrere Privatpersonen über die Verfassungsbeschwerde im Wege der Individualklage festzustellen, dass das Gesetz vom 8. Oktober 2008 zum Vertrag von Lissabon beziehungsweise das Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes vom 8. Oktober 2008 nicht verfassungskonform seien.
Das Bundespräsidialamt teilte am 30. Juni mit, dass Horst Köhler auf die formale Bitte des Bundesverfassungsgerichts hin die Ratifizierungsurkunde vor einer Urteilsverkündung nicht unterschreiben werde. Am 8. Oktober 2008 unterschrieb der Bundespräsident zwar das Umsetzungsgesetz zum Vertrag von Lissabon und fertigte dieses aus; eine völkerrechtlich bindende Ratifikation lag damit aber noch nicht vor, da die Unterschrift des Bundespräsidenten auf der Ratifikationsurkunde fehlte.
Die mündliche Verhandlung fand am 10. und 11. Februar 2009 statt. Am 30. Juni 2009 verkündete das Bundesverfassungsgericht seine Entscheidung. Der Vertrag von Lissabon und das deutsche Zustimmungsgesetz entspreche den Vorgaben des Grundgesetzes.
Das deutsche Begleitgesetz zum Vertrag von Lissabon verstoße jedoch insoweit gegen Art. 38 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 23 Abs. 1 GG, als Beteiligungsrechte des Deutschen Bundestages und des Bundesrates nicht im erforderlichen Umfang ausgestaltet worden seien.
Das Bundesverfassungsgericht erkennt in seinem Urteil an, dass die Gestaltungsmacht der Europäischen Union stetig gewachsen ist. Nichtsdestotrotz weist es darauf hin, dass die internen Entscheidungs- und Ernennungsverfahren mehrheitlich völkerrechtsanalog durchgeführt werden. Es macht deutlich, dass die Souveränität der einzelnen Mitgliedsstaaten grundsätzlich unverzichtbar bleibt; die primäre Integrationsverantwortung weist es den nationalen Verfassungsorganen zu, deren institutionelle Existenz und Gestaltungsräume nicht eingeschränkt werden sollen. Das Prinzip der begrenzten Einzelermächtigung darf durch den fortschreitenden Einigungsprozess nicht angetastet werden, da das Demokratiedefizit des Staatenverbundes aus momentaner Betrachtung nicht aufzulösen ist.
Primäres Kriterium der Prüfung des Zustimmungsgesetzes zum Vertrag von Lissabon ist für das Bundesverfassungsgericht der Anspruch der Bürger der Mitgliedsstaaten auf demokratische Selbstbestimmung, auf freie und gleiche Teilhabe an der in den Mitgliedsstaaten ausgeübten Staatsgewalten sowie das Recht auf Einhaltung des Demokratiegebotes. Diese Prinzipien sind aus der Sicht des Gerichts nicht abwägungsfähig und lassen insoweit auch keine Änderung des Grundgesetzes zu. Die Ermächtigung zur Übertragung von Hoheitsrechten auf die Europäische Union müsse geprägt bleiben von dem Grundsatz einer souveränen Verfassungsstaatlichkeit und vom Prinzip der begrenzten Einzelermächtigung. Eine generelle grundgesetzlich gesicherte Ermächtigung der deutschen Staatsorgane zur Übertragung von Hoheitsrechten liege nicht vor, die Übertragung der Kompetenz-Kompetenz an den europäischen Staatenverbund werde durch den Verfassungsgeber verwehrt. Das Bundesverfassungsgericht führt aus, die europäische Vereinigung dürfe nicht so verwirklicht werden, dass in den Mitgliedsstaaten kein ausreichender Raum zur politischen Gestaltung der wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Lebensverhältnisse mehr bleibe. Dies gelte insbesondere für Sachbereiche, die die Lebensumstände der Bürger, vor allem ihren von den Grundrechten geschützten privaten Raum prägten, sowie für solche politischen Entscheidungen, die in besonderer Weise auf kulturelle, historische und sprachliche Vorverständnisse angewiesen seien, und die sich im parteipolitisch und parlamentarisch organisierten Raum einer politischen Öffentlichkeit diskursiv entfalten würden.
Das Gericht betonte, dass bei Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon die Bundesrepublik Deutschland ein souveräner Staat bleibt, dessen Staatsgewalt in der Substanz geschützt ist. Das Grundgesetz und damit auch das Bundesverfassungsgericht seien offen für eine kontrollierte und verantwortbare Übertragung von Hoheitsrechten auf die Europäische Union.
In Umsetzung der gerichtlichen Vorgaben entstanden (neue) Begleitgesetze, die den Europa-Artikel weitreichend ergänzen und konkretisieren:
Im Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 6. Juli 2010 zur sogenannten Mangold-Entscheidung des EuGH wird in ersten Kommentaren eine Kehrtwende des Lissabon-Urteils gesehen. Das Urteil enthalte zahlreiche Aussagen, die dem Geist der Lissabon-Entscheidung diametral entgegen stünden.
Zum Verhältnis von Grundgesetz und Europarecht hatte sich das Bundesverfassungsgericht schon in früheren Beschlüssen und Urteilen geäußert. Zu verweisen ist auf:

Intravenöse Regionalanästhesie

Die intravenöse Regionalanästhesie (IVRA) oder der Bier-Block nach August Bier ist ein Verfahren der Regionalanästhesie, das operative Eingriffe an Arm oder Bein ermöglicht. Dabei wird die zu operierende Extremität von Blut entleert und abgebunden. Die Venen werden im Anschluss mit Lokalanästhetikum gefüllt, das von dort aus in sensible Nervenendigungen und Nervenbahnen diffundiert und in diesen die Schmerzweiterleitung blockiert.

Bei Operationen an Unterarm, Hand, Unterschenkel oder Fuß, die im Zeitraum von etwa einer Stunde durchgeführt werden können, stellt die IVRA ein sicheres Anästhesieverfahren mit relativ einfacher Durchführbarkeit, guter Schmerzausschaltung und schnell einsetzender Wirkung dar. Durch die kurze Wirkdauer wird es oft bei ambulanten Eingriffen eingesetzt. Nachteilig sind die Begrenzung der möglichen Eingriffsdauer, die Schmerzhaftigkeit des Abbindens, eine mögliche Gefahr von toxischen Symptomen bei inkorrekter Durchführung sowie das Fehlen eine anhaltenden Schmerzwirkung nach Beendigung des Verfahrens.
Gegenanzeigen sind lokale Infektionen, Gefäß- und Herzerkrankungen, periphere Neuropathien, Raynaud-Syndrom sowie die Sichelzellenanämie.
Nach der Platzierung einer Venenverweilkanüle wird die betroffene Extremität durch Hochhalten und Auswickeln blutentleert, durch das Aufblasen einer Druckmanschette wird die Extremität von der Blutzufuhr abgebunden. In die entleerten Venen wird langsam Lokalanästhetikum injiziert. Dabei wird meist Prilocain eingesetzt, welches sich durch eine geringe Toxizität auszeichnet. Nach 5–10 Minuten ist die Wirkung eingetreten, der Eingriff kann durchgeführt werden. Die Manschette darf frühestens nach 30 Minuten geöffnet werden.
Bei korrekter Anwendung ist die intravenöse Regionalanästhesie ein sicheres Verfahren mit einer äußerst geringen Komplikationsrate (0,01 %). Eine häufige, aber harmlose Nebenwirkung ist der Tourniquet-Schmerz durch die abbindende Manschette. Potenziell schwerwiegend, wenn auch selten ist ein Übertreten von Lokalanästhetikum in den Kreislauf, wo es infolge der systemischen Toxizität Parästhesien im Mundbereich, Tinnitus, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit, Herzrhythmusstörungen, Atemdepression und unter Umständen einen Kreislaufstillstand hervorrufen kann. Die kann durch Leckagen der Manschette oder zu frühes Ablassen auftreten, wurde aber auch bei korrekter Anwendung beobachtet.

Héder

Die von Héder waren ein Adelsgeschlecht in Ungarn im Hochmittelalter. Die beiden Hauptlinien des Geschlechts waren die Herren von Güns (von Heder) teilweise auch nur die „Güssinger“ genannt und die Héderváry. Diese beiden Linien beherrschten gegen Ende des 13. Jahrhunderts den Großteil des westungarischen Grenzraumes und Teile Slawoniens sowie der Slowakei.

Das Geschlecht derer von Heder geht auf die Brüder Wolfer (auch Wolfger oder Walferus genannt) und Heidrich (Heinrich) zurück. Über Herkunft und erste Niederlassung des Geschlechtes gibt es keine Urkunden. Nach der Chronik Gesta Hungarorum kamen die Brüder im 12. Jahrhundert nach Ungarn, um König Géza II. ihre Dienste anzubieten. Wolfer erhielt Güssing und Umgebung. Er ließ auf dem Güssinger Berg 1157 die hölzerne Burg Güssing und ein Benediktinerkloster errichten. Heidrich wurden Besitzungen um Győr zugewiesen. Heidrich wurde 1158 als „comes curiae“ bezeichnet, von 1162 bis 1164 war er ungarischer Palatin.
Wolfer wurde der Ahnherr der Herren von Güns (von Heder) und Heidrich Ahnherr des Geschlechts der Héderváry.
→ Hauptartikel: Herren von Güns
Die Herren von Güns (von Heder) gelangten zu erheblichem Einfluss im Gebiet das grob mit den Flüssen Donau, Save und der heutigen Grenze zwischen den österreichischen Ländern Steiermark und Burgenland umrissen werden kann. In diesem Raum besaßen sie eine Vielzahl von Burgen und dementsprechend war ihre militärische Bedeutung groß.
Die Herren von Güns bekleideten hohe Ämter. Es waren Palatine und Gespane, Bane und Woiwoden unter den Familienmitgliedern. Sie verstanden es mit einer „Schaukelpolitik“, bei der sie (oft in kurzer Zeit) wechselnd den ungarischen, österreichischen und böhmischen Herrschern huldigten, ihre Macht auszubauen und gehörten zu den einflussreichsten und für den König oft gefährlichen Geschlechtern Ungarns ihrer Zeit.
Auseinandersetzungen kriegerischer (zum Beispiel Güssinger Fehde) und politischer Natur beendeten schließlich ihre Macht zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Die Günser Herren wurden in das Innere Ungarns abgedrängt oder gingen im niederösterreichischen Adel auf.
Graf Héder wurde 1146 Gespan, zwischen 1150 und 1157 war er Hofrichter Gezas II., später wurde er der Palatin von König Istvan III. In seiner Zeit als Hofrichter erbaute er wahrscheinlich Burg Héder, die im nordöstlichen Teil der heutigen Burg Güssing lag. Diese Burg blieb jahrhundertelang hindurch im Besitz der Familie von Héder. Der Burgherr wird in einem Dokument von 1395 namentlich erwähnt: „Burg des Magister Johannes, Sohn des Hederich von Hedehuara“. Die Burg wurde jedoch um 1180 von König Bela III. Wolfgers Sohn Aenz entzogen, weil sie gegen die Steiermark als strategisch wertvoll galt. Das Kloster wurde wieder aufgelöst.
Die Familie Héderváry erwarb ausgedehnte Besitzungen in den Komitaten Neutra, Komorn, Eisenburg, Somogy, Tolna, Wieselburg, Ödenburg, Raab sowie in Slawonien. Das Geschlecht der Héderváry ist in der männlichen Abstammungslinie bereits erloschen.

Wahlen 1994

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Folgende Wahlen fanden im Jahr 1994 statt:

Im Jahr 1994 fand die Wahl des Deutschen Bundestages statt:
Außerdem fanden folgende Landtagswahlen statt:
Außerdem fanden folgende Kommunalwahlen statt:
1848 | 1869 | 1870 | 1880 | 1890 | 1893 | 1894 | 1895 | 1896 | 1897 | 1898 | 1899 | 1900 | 1901 | 1902 | 1903 | 1904 | 1905 | 1906 | 1907 | 1908 | 1909 | 1910 | 1911 | 1912 | 1913 | 1914 | 1915 | 1916 | 1917 | 1918 | 1919 | 1920 | 1921 | 1922 | 1923 | 1924 | 1925 | 1926 | 1927 | 1928 | 1929 | 1930 | 1931 | 1932 | 1933 | 1934 | 1935 | 1936 | 1937 | 1938 | 1939 | 1940 | 1941 | 1942 | 1943 | 1944 | 1945 | 1946 | 1947 | 1948 | 1949 | 1950 | 1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955 | 1956 | 1957 | 1958 | 1959 | 1960 | 1961 | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 | 1967 | 1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017

Ashes Tour 2015

Die Ashes Tour 2015 war die Tour der australischen Cricket-Nationalmannschaft, die die 69. Austragung der Ashes beinhaltete, und wurde zwischen dem 25. Juni und 13. September 2015 durchgeführt. Die Ashes Series 2015 selbst wurde in Form von fünf Testspielen zwischen England und Australien ausgetragen. Austragungsorte waren jeweils englische Stadien. Die Tour beinhaltete neben der Testserie eine Reihe weiterer Spiele zwischen den beiden Mannschaften im Sommer 2015. Die Testserie wurde von England mit 3:2 gewonnen, die ODI-Serie gewann Australien mit 3:2 und die Twenty20 Serie wurde durch England mit 1:0 gewonnen.

Für die Engländer war es die zweite Tour in ihrer Heimsaison, nachdem sie zuvor Neuseeland empfangen hatten. Australien spielte kurz zuvor eine Test-Serie in den West Indies. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams fand beim Cricket World Cup 2015 in Indien statt, den Australien, nachdem es England in der Vorrunde geschlagen hatte, gewinnen konnte. Die letzte Ashes-Tour fand 2013/14 in Australien statt und wurde durch den Gastgeber dominiert.
Die folgenden Stadien wurden für die Tour als Austragungsort vorgesehen und am 12. Mai 2014 festgelegt.
Australien benannte seinen Testkader am 31. März 2015, und den ODI-Kader am 12. August 2015. England benannte seinen Testkader am 1. Juli 2015 und die Limited-Overs-Kader am 24. August 2015.
Die folgenden Cricketstatistiken wurden bei dieser Tour erzielt.

Fürstentum Hanau

Das Fürstentum Hanau war von 1803 bis 1806 ein Reichsterritorium des alten deutschen Reiches, von 1806 (spätestens aber nach dem Frieden von Tilsit) bis 1810 ein Gebiet als Departement Hanau unter französischer Verwaltung, von 1810 bis 1813 ein Departement im Großherzogtum Frankfurt, von 1813 bis 1821 ein Territorium im souveränen Kurfürstentum Hessen und nach der Vereinigung aller Territorien Kurhessens und der Gebiets- und Verwaltungsreform (1821) eine Provinz (Verwaltungseinheit) innerhalb des Kurfürstentums.

Als die Landgrafschaft Hessen-Kassel 1803 zum Kurfürstentum erhoben wurde, war damit zusätzlich eine Virilstimme im Reichsfürstenrat für das bisher als Grafschaft Hanau-Münzenberg zur Landgrafschaft gehörende Gebiet verbunden. Damit war die Grafschaft zum Fürstentum geworden.
Hauptstadt des Fürstentums war die Stadt Hanau. Es umfasste zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen das Gebiet der ehemaligen Grafschaft Hanau-Münzenberg, so wie sie nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736 an Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel aufgrund eines Erbvertrages aus dem Jahr 1643 übergegangen war. Allerdings gab es zwischen 1736 und 1803 eine Reihe von Veränderungen im Bestand des Territoriums, insbesondere wurden Kondominate aufgelöst:
1806 überließ Friedrich Christoph Graf von Degenfeld-Schonburg (1769–1848) die staatlichen Hoheitsrechte über sein Gericht Ramholz Kurhessen, das das Gericht dem Fürstentum Hanau zuordnete.
Nach Auflösung des Kurstaates durch Frankreich im November 1806 stand das Fürstentum bis 1810 unter französischer Militärverwaltung. Von 1810 bis 1813 gehörte es zum Großherzogtum Frankfurt, jetzt unter der Bezeichnung Departement Hanau. Anschließend fiel es wieder an das Kurfürstentum Hessen zurück.
1816 kam es zu einer Grenzbereinigung zwischen Kurhessen und dem Großherzogtum Hessen, der ehemaligen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Danach wurden folgende Gebiete des Fürstentums Hanau an das Großherzogtum abgetreten:
Im Gegenzug erhielt das Fürstentum Hanau bei diesem Tausch Gebietszuwachs durch
Mit der Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen von 1821, durch die der Staat in vier Provinzen und 22 Kreise eingeteilt wurde, erhielt das Land eine neue Verwaltungsstruktur. Das Fürstentum als Verwaltungseinheit war aufgelöst. Funktionale Nachfolgerin war die Provinz Hanau. Die Bezeichnung „Fürstentum Hanau“ existierte nunmehr ausschließlich noch in der Titulatur des regierenden Hauses.
Kurfürst Friedrich Wilhelm I. von Hessen-Kassel heiratete – unstandesgemäß – die Bürgerliche Gertrude Lehmann. Am 2. Juni 1853 verlieh er ihr und ihren Nachkommen aus der Ehe mit ihm – unter Bezug auf die historische territoriale Einheit des Fürstentums Hanau – den Titel „Fürst/in bzw. Prinz/essin von Hanau“.
Das in älterer Literatur verbreitete Gerücht, Graf Philipp Reinhard von Hanau (1664–1712) habe bereits den Fürstentitel erworben, trifft nicht zu.
Durch die Gebietsreform in Hessen wurden zum 1. Juli 1974 die Landkreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern und die kreisfreie Stadt Hanau zum neuen Main-Kinzig-Kreis zusammengeschlossen, der annähernd dasselbe Gebiet umfasst wie das ehemalige Fürstentum Hanau.

Eitelfriedrich Thom

Eitelfriedrich Thom (* 20. November 1933 in Stolp; † 12. Dezember 1993 in Blankenburg (Harz)) war ein international anerkannter deutscher Dirigent und Musikwissenschaftler.

Thom wurde 1933 in Stolp geboren und besuchte bis 1945 die dortige Volksschule und anschließend das Gymnasium. Im April 1946 flüchtete Thom über Plau und Bernburg nach Blankenburg im Harz. 1952 gründete er das „Collegium musicum Blankenburg“, das 1965 den Namen „Telemann-Kammerorchester“ erhielt. Von 1953 bis 1957 studierte er an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg. 1956 initiierte Thom die „Blankenburger Musiktage“. 1958 initiierte er erstes Treffen zu Kursen „Jugend musiziert“, den späteren „Michaelsteiner Sommerkurs“. Nach seinem Staatsexamen im Jahr 1957 arbeitete Thom bis 1970 als Lehrer an der GutsMuths-EOS in Quedlinburg. 1973 folgte die Promotion zum Doctor philosophiae.
Ab 1968 nutzte Thom das Kloster Michaelstein für sein Orchester, die zerfallene Bausubstanz des Gebäudes wurde in jahrelanger Arbeit restauriert. Am 30. Juni 1968 fand das erste Konzert im Refektorium des Klosters statt. 1972 richtete Thom die erste wissenschaftliche Arbeitstagung in Michaelstein aus. Das ehemalige Kloster wurde 1978 zur Kultureinrichtung, die Leitung übernahm Thom. Neben dieser Tätigkeit war er von 1978 bis 1980 Leiter der Außenstelle Magdeburg der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. 1981 wurde Eitelfriedrich Thom zum Direktor und Musikalischem Oberleiter der Kultur- und Forschungsstätte Michaelstein ernannt. Am 1. September 1989 wurde das fest am Institut angestellte Barockensemble des Telemann-Kammerorchesters gegründet. Zwei Jahre später wurde Thom zum künstlerischen Leiter der Telemann-Festtage in Clausthal-Zellerfeld ernannt.
Eitelfriedrich Thom war bis 1989 Mitglied der SED. Später wurde er Mitglied der Rotarier und Freimaurer.

Versetzungsprüfung

Versetzungsprüfungen fanden in der Einheitsschule der DDR seit der Lehrplanreform 1951 bis zum Ende der 1950er Jahre ab der Klasse 4 statt.

Es handelte sich hierbei um schriftliche und mündliche Zwischenprüfungen, die verpflichtend am Ende eines jeden Schuljahres (Juni, Juli) abzulegen waren, ausgenommen die Klassen, an deren Ende eine reguläre Abschlussprüfung stand. Die Prüfungen sollten zeigen, inwieweit die Schüler über die in den Lehrplänen der entsprechenden Klassen geforderten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen und zu einer erfolgreichen Mitarbeit in den nachfolgenden Klassen befähigt sind. Sämtliche Themen und Aufgabenstellungen, Umfang und Anforderungen, Bewertungsrichtlinien sowie Termine wurden zentral für die ganze DDR vom Ministerium für Volksbildung vorgegeben. Für die Fragen in den mündlichen Fächern konnte zusätzlich das den Schulen zugesandte Vorbereitungsmaterial herangezogen werden. Die schriftlichen Prüfungen hatten zu den vorgegebenen Terminen landesweit um 8 Uhr zu beginnen, während die mündlichen Prüfungen mit einstündiger Unterbrechung jeweils von 8 Uhr bis 19 Uhr stattfanden. Für sorbische Schulen ergingen gesonderte Weisungen. Für wenig gegliederte Grundschulen (d.h. jahrgangsübergreifende Klassen) galten leicht abweichende Regelungen.
Die Endjahreszensur in einem Fach wurden aus der Vorzensur über die schriftlichen Jahresleistungen, der Vorzensur über die mündlichen Jahresleistungen und der Prüfungszensur festgelegt. Alle Teilzensuren flossen gleichwertig ein. Somit betrug das Gewicht der Versetzungsprüfungen 33 %, wenn nur schriftlich geprüft wurde, und 50 %, wenn sowohl schriftlich als auch mündlich geprüft wurde. War der errechnete Zensurenstand nicht eindeutig, gab die Prüfungsleistung den Ausschlag.
Eine 5 als Prüfungszensur bedeutete die Nichtversetzung und demzufolge das Wiederholen der Klasse. Nachprüfungen konnten nur unter Umständen genehmigt werden, im Falle von Krankheit oder eines unerwarteten Versagens eines Schülers gemessen an dessen sonstigen Leistungen. Akzeptierte die Klassenkonferenz den Antrag auf Wiederholungsprüfung, hatte der Schüler über die Großen Ferien Zeit, seine Wissenslücken zu schließen. Hierfür musste der zuständige Fachlehrer für das Selbststudium des Schülers einen Wiederholungsplan erstellen. In den letzten Augustwochen, kurz vor Beginn des neuen Schuljahres zum 1. September, wurden dann die Nachprüfungen durchgeführt.
Folgende Prüfungen waren schriftlich unter Klausur bzw. mündlich im Colloquium abzulegen:
Folgende Prüfungen waren schriftlich unter Klausur bzw. mündlich im Colloquium abzulegen:
Nach dem Entschluss, dass zum Ende der Klasse 10 an Zehnklassenschulen und Oberschulen eine Abschlussprüfung zur Mittleren Reife durchgeführt werden sollte, veränderte man auch die Maßgaben für die Versetzungsprüfungen in den oberen Klassen.
Ergänzt von den Kontrollarbeiten, dienten die Versetzungsprüfung als maßgebliches Werkzeug, das Leistungsprinzip so weitreichend wie möglich in der Einheitsschule zu etablieren und zu garantieren. Aus den gewonnenen Daten konnten die Handhabbarkeit, die didaktische Planung und die Erfüllung der Lehrpläne überprüft werden. Beobachtungen über das fachliche Niveau von Schule und Schülern wurden ebenso möglich wie Rückschlüsse zur Stofffülle, zur Methodik und zum Zusammenwirken der verschiedenen Stufen der demokratischen Einheitsschule. Darüber hinaus sollte den Schülern ein kontinuierlicher, nachhaltiger Lernrhythmus anerzogen werden. Das Ministerium für Volksbildung wollte das Durchschleifen von schlechten Schülern vermeiden bzw. unterbinden, so dass einerseits mit den Prüfungen der übliche Leistungsanspruch nochmals gesteigert worden ist, die Schüler also den Stoff des Schuljahres konsequent wiederholen und verinnerlichen mussten, und andererseits die Gefahr des Sitzenbleibens verschärft wurde. Ideologisch verbargen sich dahinter u.a. die DDR-typischen linksautoritären Vorstellungen von gediegenen Grundfertigkeiten wie Fleiß, Disziplin, Beharrlichkeit und Ordnung. Die statistische Auswertung der Versetzungsprüfungen erfolgte umfassend und lieferte umfangreiche, verlässliche, detaillierte Informationen über das Schulsystem. Später flossen diese wertvollen Erfahrungen in den Fortschritt der Einheitsschule ein. So gründet sich beispielsweise die große Reform von 1959, einschließlich des Lehrplanwerks der polytechnischen Oberschule, erheblich auf die Datenbasis, die die langjährigen Leistungsevaluationen in Form der Versetzungsprüfungen und Kontrollarbeiten erbrachten.

Neuer Ringelstein

Blick von Westen auf den langgezogenen Bergsporn oberhalb des Saargrundes mit der Burgruine „Neuer Ringelstein“, im Hintergrund ragt der Berg Kissel auf.
Die Neue Ringelstein ist eine abgegangene spätmittelalterliche Befestigungsanlage (Hangburg) auf 390 m ü. NN am Ostrand des Rehberges über dem Saargrund im Thüringer Wald bei Waldfisch und Ruhla.

Schon im 12. Jahrhundert befanden sich nahe der Nürnberger Straße und dem Sallmannshäuser Rennsteig zwei Burganlagen im Wald – der Alter Ringelstein unterhalb vom Jagdhaus Kissel und der Neue Ringelstein in der Gemarkung Waldfisch. Fern der benachbarten Dörfer dienten diese Burgen vorrangig als Straßenposten und Zollstationen. Über mehrere Jahrhunderte verlief südlich von Etterwinden die Grenze zwischen den späteren Herzogtümern Sachsen-Eisenach und Sachsen-Meiningen. Nach älteren Überlieferungen entstand die Burg als eine Anlage der Grafen von Frankenstein. Die Burganlage gehörte im 14. Jahrhundert zu den Raubnestern, die mit Unterstützung der Stadt Erfurt durch ein militärisches Aufgebot des Königs eingenommen und zerstört wurde.
In die Sagenwelt Thüringens fand der Alte Ringelstein als Raubschloss Eingang (Sage vom Brautborn). Die beiden Burgstellen sind heute als Bodendenkmal ausgewiesen.
Die Burg befindet sich über dem Saargrund und besaß nach örtlicher Überlieferung im Tal ein Vorwerk als Wirtschaftshof. Die Hauptburg war auf drei Seiten durch Steilhänge und einen Ringgraben geschützt. Der Hauptzugang erfolgte über eine Zugbrücke im Schutz des Bergfriedes. Die vor der Zugbrücke liegende Vorburg besaß eine Mühle, die auch nach der Zerstörung der Burg weiter in Betrieb war. Zum Antrieb der Mühle war ein etwa 100 x 60 bzw. 30 Meter großes, trapetzförmiges Becken auf der Hochfläche des flachen Bergsporns errichtet worden. Dieser Teich schützte die Burg auf der Feldseite zum Berghang. Direkt an der Vorburg wurde die auf der Südseite des Burgberges aufsteigende Handelsstraße (Hohlwegbüschel noch erkennbar) an der Schildmauer der Burg vorbeigeleitet und über eine etwa 20 Meter lange Holzbrücke zum benachbarten Berghang geleitet. Der Brückenübergang war zugleich Kontrollposten und Zollstation. Im Belagerungsfall konnte die Brücke von der Burgbesatzung zerstört werden und das dort etwa 15 Meter tiefe Kerbtal verhinderte das ungehinderte Eindringen in das Burggelände von Norden. Auf der Südwestseite sind mehrere Unebenheiten als Standort der Wohngebäude erkennbar. Reste der Ringmauer und das Fundament vom Torturm wurden schon in der DDR-Zeit von „Schatzgräbern“ freigelegt. Im Zentrum der Anlage stand ein weiterer Turm als Bergfried.

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