Eliécer Ávila

Eliécer Ávila Cicilia (* 1985 in Puerto Padre, Las Tunas) ist ein kubanischer Informatiker und prominenter Regierungskritiker. Er wurde 2008 als Student für seine außergewöhnlich offenen und kritischen Fragen an den Parlamentspräsidenten des Landes bekannt, mit denen er diesen während einer politischen Versammlung an einer Elite-Hochschule in Havanna in für Kuba einmalige Weise in peinliche Verlegenheit brachte.
Ávila stammt aus El Yarey, einem kleinen Dorf in der Nähe der ostkubanischen Kleinstadt Puerto Padre (Provinz Las Tunas) und hatte durch seine schulischen Leistungen und seine Bekenntnisse zum bestehenden politischen System einen Studienplatz an der Hochschule für Informatik (UCI) in Havanna erlangt. Seit dem Grundschulalter und seinem Eintritt in die kommunistische Pionierorganisation hatte er sich immer vorbildlich in den staatlich gelenkten Aktivitäten engagiert. An der UCI war er als aktives Mitglied des Studentenbundes und des Jugendverbandes der Kommunistischen Partei in die Organisation politischer Aktivitäten eingebunden. Außerdem war er an seiner Fakultät Leiter des Projekts „Vigilancia Tecnológica y Política“ (technische und politische Überwachung), einem eigens und ausschließlich an der UCI gebildeten Team von ideologischen Kontrolleuren, die in der von der Staatsführung häufig beschworenen Überzeugung, sich in einem „Cyberkrieg“ mit den Feinden der Revolutionsregierung zu befinden, im Internet systematisch nach Kritik an der Politik in Kuba suchen, um solchen Äußerungen mit regierungskonformen Kommentaren oder anderen „Waffen“ zu begegnen.

Am Vortag der Wahlen zur Nationalversammlung besuchte Ricardo Alarcón, Parlamentspräsident und Mitglied des Politbüros der allein zugelassenen Kommunistischen Partei, am 19. Januar 2008 die Hochschule zu einer Informationsveranstaltung für Studenten und Professoren, die über den hochschulinternen Fernsehkanal UCI TV für die 10.000 Studenten übertragen wurde. Nach mehreren Ansprachen wurde dem aus rund 300 Personen bestehenden Publikum die Möglichkeit gegeben, Fragen an Alarcón zu richten. Zu den Studenten, die diese Gelegenheit nutzten, gehörte Ávila, der sich in seiner 16 Minuten langen Wortmeldung zwar als treuer Anhänger der Kubanischen Revolution und ihrer Führer zu erkennen gab, gleichzeitig aber mehrere politisch heikle Themen ansprach, die sehr häufig von als Staatsfeinden kriminalisierten Oppositionellen oder ausländischen Beobachtern, kaum jedoch von der Führung des Landes öffentlich behandelt wurden. Zu diesen Themen gehörte beispielsweise das bestehende Verbot für Kubaner, auf eigene Verantwortung Auslandsreisen zu unternehmen, behördliche Blockaden wichtiger Bereiche des Internets, der zunehmende Verkauf von Produkten des täglichen Bedarfs ausschließlich gegen die Parallelwährung „Peso Convertible“, zu der ein großer Teil der Bevölkerung keinen Zugang hat, und das völlige Fehlen eines von der Führung erläuterten politischen Zukunftsprojekts. Alarcón, der zu den in der öffentlichen Rede sowie im Umgang mit kritischen Fragen erfahrensten Repräsentanten der Staatsführung gehört, ging auf einige der vorgebrachten Punkte überhaupt nicht ein, sondern sprach stattdessen ausführlich über die Zeit vor 1959. Er antwortete, weder über das Thema Internet noch zur Frage nach den parallelen Währungen ausreichend informiert zu sein. Die Reiseverbote legitimierte Alarcón mit dem Argument, dass vor 1959 noch weniger Kubaner als aktuell in einheimischen Hotels übernachteten und dass am Himmel nicht genug Platz für die notwendigen Flugzeuge sei, damit alle sechs Milliarden Erdenbewohner reisen könnten wohin sie wollten.
Innerhalb weniger Tage zirkulierten in Havanna zahlreiche Kopien von Ton- und Videomitschnitten der Versammlung. Kubaner innerhalb wie außerhalb der Insel diskutierten das Gesehene, viele schrieben öffentliche Kommentare. Große internationale Verbreitung erfuhr die Nachricht von der höchst ungewöhnlichen Diskussion, nachdem die BBC und wenig später CNN über das inzwischen bereits im Internet hochgeladene Video berichteten und eigene Zusammenschnitte der zentralen Aussagen im Internet verbreiteten. Zahlreiche Medien – auch in Deutschland – griffen die Meldung auf. Da es sich um die historisch ersten Videoaufnahmen handelte, die kubanische Bürger zeigen, die einem hohen Vertreter der Staatsführung politisch sensible Fragen stellen, lag der Schwerpunkt der Berichterstattung auf der schonungslosen Benennung dieser in den Fragen der Studenten angesprochenen, jedoch noch nie zuvor öffentlich formulierten Probleme, teilweise auch auf den ausweichenden Antworten des Politikers. Beide Elemente wurden fast einhellig als Zeichen von Unzufriedenheit auf Seiten der Studenten und der Gesamtbevölkerung gewertet. Kurz bevor die Nachricht ihre größte mediale Verbreitung fand, kam die spektakuläre ergänzende Meldung auf, Ávila sei infolge seiner kritischen Äußerungen verhaftet worden, die von vielen internationalen Medien übernommen wurde, sich jedoch wenige Stunden später als Fehlinformation herausstellte. Die ursprüngliche Meldung der Verhaftung ging auf Aussagen seiner verängstigten Mutter zurück, die regierungsunabhängigen Berichterstattern gegenüber ihre große Besorgnis geschildert hatte, nachdem ihr Sohn plötzlich durch Vertreter der Staatsmacht aus dem Heimatdorf abgeholt worden war, um ihn auf höhere Anweisung sofort nach Havanna zu bringen. Die meisten Medien, Organisationen und Politiker, die die Falschmeldung übernommen hatten, zogen ihre Aussagen später zurück oder korrigierten sie, während andere dies nicht oder nur teilweise taten.
Angesichts des ungeahnten internationalen Medienechos bemühten sich die betroffene Hochschule und die kubanischen Medien, den entstandenen Eindruck von Grundsatzkritik am Zustand des Landes umgehend zu entkräften und dabei den Vorwurf der Festnahme Ávilas nicht nur zu widerlegen, sondern als Beweis für die schlimmsten Absichten der internationalen Medien zu nutzen. So verbreitete die kubanische Webseite „Cubadebate“ das Video einer eigens an der UCI einberufenen Talkshow, bei der Eliécer Ávila und weitere Studenten auftraten, um ihre absolute Treue zum politischen System und ihre Dankbarkeit für die Begegnung mit Alarcón zu bezeugen und die angeblich gegen Kuba losgetretene internationale Medienkampagne zu verurteilen. Auch die Hauptausgabe der Nachrichten des kubanischen Fernsehens berichtete in einem dreieinhalbminütigen Beitrag, dass Eliécer Ávila im Mittelpunkt einer gegen Kuba gerichteten Kampagne ausländischer Medien stehe, die von den USA gefördert sei. Auch bei dieser Gelegenheit bekräftigte er im Interview seine ungeteilte Identifikation mit dem herrschenden politischen System. Weder in diesem Beitrag noch an anderer Stelle gingen die kubanischen Medien jedoch in irgendeiner Weise auf den tatsächlichen Gegenstand der ausländischen Meldungen ein, nämlich die Fragen, die der Student gestellt hatte und die Antworten, die ihm der Parlamentspräsident darauf gegeben hatte. Alarcón erwähnte die Veranstaltung an der UCI einige Wochen später in einem langen Artikel, in dem er BBC und CNN vorwarf, durch den Zusammenschnitt der zweistündigen Diskussion auf ein Video von wenig mehr als vier Minuten die Wahrheit verfälscht zu haben, was zahlreiche andere Medien ungeprüft übernommen hätten. Er beklagte, die ausländischen Medien hätten nicht die Originalquellen genutzt, allerdings ohne gleichzeitig zu erwähnen, dass die kubanischen Behörden ausländischen Journalisten keinen Zutritt zu Diskussionsveranstaltungen wie der an der UCI gewähren. Auf die ausschließlich von den ausländischen Medien wahrheitsgemäß wiedergegebenen Inhalte der unbequemen Fragen und seiner Antworten ging er nicht ein.
Eliécer Ávila setzte sein Studium fort und trat erst wieder im September 2008 in Erscheinung, als das in Spanien angesiedelte Internet-Magazin CubaEncuentro.com ein Interview mit ihm veröffentlichte, das ein in der Nähe seines Heimatortes lebender regierungsunabhängiger Journalist und Landwirt mit ihm geführt hatte. In diesem Gespräch ging er ausführlich auf die Umstände der Vorfälle ein, durch die er unfreiwillige Prominenz erlangt hatte. Er äußerte sich enttäuscht darüber, dass seine Bitte, die gegenüber Alarcón angesprochenen Themen bei anderer Gelegenheit in angemessener Form zu diskutieren, von der politischen Führung unbeantwortet geblieben war. Des Weiteren sprach er unverhohlen über Missstände im Land und kritisierte den öffentlichen Umgang der Regierung mit den drängenden Problemen Kubas. Angesichts von ablehnenden Kommentaren in Castro-treuen Blogs und Foren veröffentlichte er eine Klarstellung im von Spanien aus verwalteten, linksgerichteten Internet-Forum Kaosenlared.net, in der er unter anderem betonte, seine Eigenschaft als „Revolutionär“ (im kubanischen Sprachgebrauch im Sinne eines Anhängers der Staats- und Parteiführung verwendet) sei „unwiderruflich“. 2009 schloss Ávila sein Studium als Ingenieur der Informationstechnik ab und trat seinen (in Kuba nach dem Studienabschluss obligatorischen) zweijährigen Dienst in einer vom Staat angebotenen Arbeitsstelle an, einem kleinen Jugend-Computerclub in der Nähe seines Heimatdorfes. Seit Ablauf dieser gering bezahlten Arbeit ist Ávila arbeitslos, auch ein zwischenzeitlicher Versuch, sich mit der Herstellung und dem Straßenverkauf von Speiseeis selbständig zu machen, war gescheitert. Im Oktober 2011 berichtete derselbe Journalist über ihn, der ihn schon im September 2008 ausführlich interviewt hatte.
Im November 2011 kehrte Eliécer Ávila überraschend ins Rampenlicht des politischen Diskurses in Kuba zurück, als er vom Veranstalter der unabhängigen Dialog-Plattform zu Kunst und Gesellschaft „Estado de SATS“ zu einem ausführlichen Meinungsaustausch über seine Sicht des Landes eingeladen wurde, das anschließend im Internet veröffentlicht wurde. In dem zweistündigen Gespräch präsentierte Ávila seine kritische Analyse der drängendsten Probleme Kubas, begründete seinen verlorenen Glauben an die herrschende Staatsführung und bestärkte seine Hoffnung, eine breite Beteiligung des kubanischen Volkes am politischen Prozess könne zur Überwindung des Mangels an wirtschaftlichen und politischen Freiheiten beitragen. Unter anderem berichtete Ávila auch über das hohe Maß an moralischer Unterstützung, das er nach seinem öffentlich gewordenen Auftritt an der UCI 2008 erfahren habe. Viele wildfremde Menschen hätten ihn beglückwünscht und für seinen Mut gegenüber Alarcón gelobt. Unter den an einem politischen Dialog interessierten Kubanern innerhalb wie außerhalb der Insel erregte das Gespräch großes Interesse und rief zahlreiche Kommentare hervor.
Seit Ende November 2011 teilt Ávila seine Ansichten und Alltagserfahrungen auch über Twitter-Nachrichten mit, die er per SMS von seinem Mobiltelefon verschickt. Auch gegenüber Journalisten gibt er offen Auskunft über sein Leben und seine Meinungen. Im April 2012 startete Ávila unter dem Titel un cubano más (ein x-beliebiger Kubaner) einen eigenen Kanal auf der Internet-Plattform YouTube, auf dem er in mehreren Videos seine Meinungen zu verschiedenen politischen Themen vorstellt und Kubaner inner- und außerhalb der Insel zum Hinterlassen von Kommentaren auffordert.
Als junger Kubaner aus kleinbäuerlicher Familie aus dem unterentwickelten Osten des Landes, der weder über regelmäßigen Internet-Zugang noch über künstlerische oder journalistische Ambitionen verfügt, keiner Gruppierung angehört, aber öffentlich und mit großer sprachlicher Klarheit seine Ideale von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit formuliert, ist Eliécer Ávila ein äußerst ungewöhnlicher Repräsentant der gegenwärtigen kubanischen Opposition. Unter dem Eindruck zahlreicher Fälle von vermeintlichen Dissidenten, die sich nach Jahren des Aktivistentums innerhalb der Oppositionsbewegung schließlich als Agenten des kubanischen Geheimdienstes erwiesen, reagieren viele Kubaner auf Eliécer Ávilas extreme Wandlung vom aktiven Unterstützer zum öffentlichen Kritiker des politischen Systems allerdings mit Misstrauen. Für andere ist er ein vielversprechender Hoffnungsträger und mutiger Vertreter einer neuen Generation.
Am 2. Februar 2013 war Ávila der erste bekannte Angehörige der kubanischen Opposition, der seit dem Inkrafttreten der Reiserechtsreform am 14. Januar sein Land für eine Auslandsreise verließ. Ohne dafür wie zuvor eine gesonderte behördliche Erlaubnis und ein Einladungsschreiben zu benötigen, flog er von Havanna über Amsterdam nach Stockholm, wohin er von Freunden eingeladen worden war. Im März 2013 kündigte er dort für die Zeit nach seiner Rückkehr nach Kuba die Gründung einer politischen Partei an.

Signo (Telefon)

Signo ist die Bezeichnung für ein analoges Tastentelefon der Deutschen Telekom. Es wurde zwischen 1991 und 1996 hergestellt und für 114 DM verkauft.
Bis zu Beginn der 1990er Jahre konnten Telefone nur direkt von der Deutschen Bundespost bezogen werden und mussten gemietet werden. Als das sogenannte Postmonopol endete, übernahm die neu gegründete Deutsche Telekom die Verwaltung der Festnetzanschlüsse. Privatanwender konnten nun Telefone aller Hersteller kaufen, statt Geräte der Post mieten zu müssen. Auch die Telekom bot ein eigenes Telefon an, das Signo.
Hersteller des Telefons war Siemens, die dafür 1991 den iF product design Award erhielten.
Auf der Oberseite des Gerätes sind das Nummernfeld sowie die Tasten für die Zusatzfunktionen (Mikrofon-Stummschaltung, Setup-Taste, Wahlwiederholung und Erd- bzw. Flashtaste). Unter dem Hörer befindet sich ein abhebbarer Plastikdeckel, unter dem ein Zettel liegt, auf dem die Nummern für Feuerwehr, Notruf und die eigene Rufnummer eingetragen werden können. Die Setup-Taste wird benötigt, um die Einstellungen am Telefon vorzunehmen.
Das Nachfolgemodell Signo 2 löste das Signo Mitte der 1990er Jahre ab. Es verfügt zusätzlich u. a. über einen Lautsprecher für Lauthören und Kurzwahlspeicher.

Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern

Das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern ist eine Informations- und Arbeitsstelle für Musiktradition in Bruckmühl in Oberbayern.
Aus verschiedenen privaten Sammlungen zur Volksmusik wurde im Jahre 1985 das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern gegründet, nachdem im ehemaligen Krankenhaus des Marktes Bruckmühl hierfür Räumlichkeiten gefunden werden konnten. Unter der Leitung von Ernst Schusser sammeln, archivieren und dokumentieren die Mitarbeiter Material der regionalen Musiktradition. Für den heutigen Gebrauch der Volksmusik stellt das Archiv auch aufbereitete Quellen zur Verfügung. Auf Anfrage bietet das Archiv Hilfestellung für Sänger oder Musikanten für alle Variationen der traditionellen oberbayerischen Volksmusik.
Schon im Jahr 1973 hat der Bezirk Oberbayern als einer der ersten Bezirke begonnen systematische Brauchtumspflege durch wissenschaftliche Sammlung von Quellen der Volksmusik zu betreiben. Damit betraut war der „Volksmusikpfleger“. Seit 1996 ist die Volksmusikpflege mit dem Volksmusikarchiv zusammengeführt worden.
Volksmusikpflege und Volksmusikarchiv haben traditionelle Volkslieder in bearbeiteter Form populär gemacht (siehe etwa: Bayerischer Hiasl (Volkslied); Bernauerin (Volksballade); Tannhauser).
http://www.volksmusikarchiv.de/

Vuelta a España 2006/Etappen

Den Auftakt der 61. Vuelta a España, der in einem 7,3 km langen Mannschaftszeitfahren ausgetragen wurde, entschied das dänische Team CSC zu seinen Gunsten.
Als erste Mannschaft ging um 19:12 Uhr die spanische Équipe Relax-GAM Fuenlabrada, die vom Veranstalter eine Wildcard erhalten hatte, im Estadio La Rosaleda an den Start. Als letztes Team folgte Rabobank, die Mannschaft um den russischen Titelverteidiger Denis Menschow um 20:32 Uhr.
Den Sieg sicherte sich das Team CSC mit einer Zeit von 7:36 min gefolgt von Caisse d’Epargne-Illes Balears um Alejandro Valverde und den (voraussichtlichen) Tour de France-Sieger Óscar Pereiro mit sieben Sekunden Rückstand. Auf Platz drei klassierte sich das deutsch-italienische Team Milram mit acht Sekunden Rückstand. Die deutschen ProTeams T-Mobile und Gerolsteiner belegten die Ränge fünf und dreizehn. Enttäuschend beendete Rabobank das Zeitfahren auf dem zwölften Platz. Den 21. und letzten Platz belegte Relax-GAM Fuenlabrada mit 37 Sekunden Rückstand.
Carlos Sastre übernahm, da er das Team CSC als Erster über die Ziellinie führte, das Goldene Trikot zeitgleich vor seinen Teamkollegen Lars Bak und Nicki Sørensen.
1. Zwischenzeitmesspunkt (3,3 km)
Auf der 2. Etappe diktierte lange Zeit der Spanier Mario de Sárraga vom Team Relax-GAM Fuenlabrada das Geschehen. Er hatte sich nach drei Kilometern zusammen mit David de la Fuente abgesetzt. Dieser fiel aber durch einen Defekt bereits nach weiteren drei Kilometern ins Hauptfeld zurück. So setzte De Sárraga seine Flucht solo fort und fuhr sich einen maximalen Vorsprung von knapp über dreizehn Minuten heraus. Nachdem die Sprinterteams die Verfolgung aufgenommen hatten, verringerte sich der Vorsprung drastisch. Als dieser auf ca. zwei Minuten geschrumpft war, setzten sich Benoît Joachim und Thierry Marichal vom Feld ab und schlossen wenig später zu De Sárraga auf, der bis dahin 140 Kilometer alleine in Führung gelegen hatte. De Sárraga konnte das Tempo seiner zwei neuen Weggefährten jedoch nicht mitgehen und fiel ins Feld zurück. Marichal und Joachim wurden ebenfalls 14 Kilometer vor dem Ziel eingeholt.
Im Zielsprint des Feldes setzte sich Paolo Bettini vor Thor Hushovd und Luca Paolini durch. Hushovd übernahm das Goldene Trikot von Carlos Sastre mit nun zwei Sekunden Vorsprung auf Paolo Bettini, der die Führung in der Punktewertung übernahm. Ausreißer De Sárraga belohnte sich selbst mit der vorübergehenden Führung in der Berg- und Kombinationswertung.
1. Zwischensprint in Monturque (109,2 km)
2. Zwischensprint in Fernán Núñez (138 km)
Alto de Casabermeja, Kategorie 3 (20,5 km)
Alto de Las Pedrizas, Kategorie 3 (29,5 km)
Nachdem das Feld geschlossen die erste Bergwertung nach sechs Kilometern erreicht hatte, setzte sich auf der Abfahrt das Trio David de la Fuente, Enrico Franzoi und Hervé Duclos-Lassalle ab. Sie bauten ihren Vorsprung schnell auf maximal 7:42 Minuten aus. Dann begannen die Teams der Sprinter die Verfolgung und verkürzten den Abstand. Unterstützt wurden sie dabei auch durch einen Reifendefekt bei Duclos-Lassalle in der Ausreißergruppe. Dieser verlor dadurch kurzzeitig den Anschluss an seine zwei Weggefährten, die aber das Tempo deutlich verringerten und auf ihn warteten. Neunzehn Kilometer vor dem Ziel sprengte der Angriff von de la Fuente die Dreiergruppe. Während Franzoi de la Fuentes Attacke mitgehen konnte, fiel Duclos-Lassalle schnell ins Hauptfeld zurück. Sechs Kilometer vor dem Ziel holte das Hauptfeld auch das noch flüchtige Duo ein.
In einem engen Zielsprint setzte sich Francisco José Ventoso vor Thor Hushovd und Stuart O’Grady durch. Hushovd baute seine Führung im Gesamtklassement leicht aus, ebenso wie Mario de Sárraga in der Bergwertung. Zudem übernahm Hushovd auch die Führung in der Punktewertung, während David de la Fuente das Trikot des Kombinationswertungsführenden überstreifen konnte.
1. Zwischensprint in Peñarroya de Pueblonuevo (80 km)
2. Zwischensprint in Azuaga (128 km)
Alto de Villaviciosa, Kategorie 3 (6 km)
Puerto del Aire, Kategorie 3 (30 km)
Wie bereits an den Vortagen war das Professional Continental Team Relax-GAM Fuenlabrada bereits zu Beginn der kurzen Etappe sehr aktiv. So setzte sich schon nach zwei Kilometern Raúl García de Mateoss ab. Er fuhr sich einen maximal Vorsprung von 6:33 Minuten heraus, ehe das Hauptfeld mit der Nachführarbeit begann und den Vorsprung langsam verringerte. Sechzehn Kilometer vor dem Ziel wurde er vom Hauptfeld gestellt.
Unmittelbar nach dem Zusammenschluss griff Jorge García Marín, ein weiterer Fahrer von Relax-GAM Fuenlabrada, an und setzte sich leicht ab. Doch nach nur sieben Kilometern alleiniger Fahrt holte das Feld auch ihn wieder ein. Es blieb jedoch unruhig im Feld, da immer wieder einzelne oder mehrere Fahrer Attacken starteten.
Im Zielsprint sicherte sich Erik Zabel seinen zweiten Saisonsieg. Auf den weiteren Plätzen folgten Thor Hushovd, der die Führung in der Gesamtwertung wiederum leicht ausbauen konnte, und Jean-Patrick Nazon.
1. Zwischensprint in La Garrovilla (39 km)
2. Zwischensprint in Puebla de Obando (90 km)

Die erste Bergetappe der diesjährigen Ausgabe begann sehr unruhig und es kam immer wieder zu Ausreißversuchen. Erst nach etwa 42 Kilometern setzte sich eine größere Gruppe ab. Sie setzte sich unter anderem aus Michael Rasmussen, Pietro Caucchioli, Wladimir Gussew, Paolo Bettini und Sérgio Paulinho zusammen. Maximal befanden sich 16 Fahrer in der Gruppe, deren Zusammensetzung sich durch das ansprechende Streckenprofil immer wieder änderte. Die Gruppe fuhr, angeführt von den starken Bergfahrern, geschlossen über die ersten drei Bergpässe und erarbeitete sich einen maximalen Vorsprung von 4:28 Minuten.
Auf der Abfahrt vom Alto de Lagunilla setzte sich Iñigo Landaluze aus der Spitzengruppe ab. Sein Fluchtversuch endete aber wenige Kilometer vor dem Fuße des Schlussanstiegs nach La Covatilla, den die Führungsgruppe mit noch etwa einer Minute Vorsprung auf das Feld der Favoriten in Angriff nahm. Im Hauptfeld übernahmen die Teams Caisse d’Epargne-Illes Balears um Alejandro Valverde und CSC um Carlos Sastre die Führungsarbeit und verringerten den Rückstand. Unterdessen attackierte Paulinho in der Spitzengruppe, die dadurch komplett auseinanderfiel. Wenig später schloss jedoch David Arroyo zu ihm auf.
Erstes Opfer des Ausscheidungsfahrens in der Favoritengruppe war überraschenderweise Titelverteidiger Denis Menschow, der den Anschluss sieben Kilometer vor dem Ziel verlor. Nach einer Tempoverschärfung von Valverde wurde das Ausreißerduo, welches zwischenzeitlich von José Ángel Gómez Marchante Unterstützung erhalten hatte, eingeholt. Gómez Marchante verblieb kurzzeitig allein an der Spitze des Rennens, ehe er nach einer Attacke von Danilo Di Luca ebenfalls eingeholt wurde und hinter Di Luca und Janez Brajkovič zurückfiel. Auch Andrei Kaschetschkin schaffte es noch Gómez Marchante auf dem letzten Kilometer zu passieren und zum Führungsduo aufzuschließen. Im Schlussspurt siegte Di Luca vor Brajkovič und Kaschetschkin.
Di Luca übernahm durch seinen Sieg die Führung sowohl in der Gesamtwertung als auch in der Berg- und Kombinationswertung.
1. Zwischensprint in Jaraiz de la Vera (31 km)
2. Zwischensprint in Cabezuela del Valle (79,8 km)
Puerto del Piornal, Kategorie 1 (52,7 km)
Puerto de Honduras, Kategorie 1 (100,5 km)
Alto de Lagunilla, Kategorie 2 (136 km)
La Covatilla, Kategorie Especial (178 km)
Auf der flachen Etappe setzte sich nach zehn Kilometern Mathieu Claude vom Team Bouygues Télécom ab, der seinen Vorsprung rasch auf maximal elf Minuten ausbaute. Da der Vorsprung jedoch genauso schnell schmolz wie er angewachsen war, endete seine Soloflucht nach 145 Kilometern alleiniger Fahrt wenige Meter vor dem zweiten Zwischensprint des Tages.
Nach dem Zusammenschluss des Feldes versuchten sich Olivier Kaisen und Enrico Franzoi vom Feld abzusetzen. Doch auch sie wurden sechs Kilometer vor dem Ziel wieder eingeholt, was eine weitere Attacke einer Dreiergruppe zur Folge hatte, die jedoch ebenfalls erfolglos blieb. Im Massensprint des Feldes sicherte sich Thor Hushovd, nach drei zweiten Plätzen, den ersten Sieg vor den beiden Deutschen André Greipel und Erik Zabel. Alessandro Petacchi erzielte mit dem vierten Platz die erste gute Platzierung seit seinem verletzungsbedingten Ausfall beim Giro d’Italia 2006.
1. Zwischensprint in Villarín de Campos (34 km)
2. Zwischensprint in Mansilla de las Mulas (156,5 km)

Auf dem hügeligen Tagesabschnitt mit einem 18 Kilometer langen Schlussanstieg setzten sich nach 24 Kilometern David Loosli, Staf Scheirlinckx und László Bodrogi ab. Sie fuhren sich maximal 12:33 Minuten auf das Hauptfeld heraus.
Im Schlussanstieg, den das Trio mit noch etwa fünf Minuten Vorsprung in Angriff nahmen, fiel dieses dann auseinander, wobei sich Loosli als Stärkster am Berg erwies. Im Hauptfeld zeigte Denis Menschow als Erster der Favoriten eine Schwäche und fiel aus der Gruppe heraus. Nach einer Attacke von Luis Pérez zerfiel das Hauptfeld. Hinter ihm formierte sich eine Gruppe um Bernhard Kohl, Sylwester Szmyd, Manuel Beltrán, Stijn Devolder, Joaquim Rodríguez, Ryder Hesjedal, Sérgio Paulinho und Alexander Winokurow, während sich die Favoriten auf den Gesamtsieg in einer großen Gruppe dahinter belauerten. Während die Gruppe um Winokurow zu Pérez aufschloss, fiel Paulinho aus selbiger zurück. Die Neunergruppe wurde jedoch auch wenig später von der Gruppe der Favoriten eingeholt, in der der Gesamtführende Danilo Di Luca Schwächen zeigte. Daraufhin erhöhte Alejandro Valverde kurz das Tempo, was die Gruppe wiederum für kurze Zeit leicht verkleinerte. Nach einer Attacke von Iban Mayo drei Kilometer vor dem Ziel wurde es wieder unruhig in der Gruppe und Looslis Vorsprung verkleinerte sich dramatisch. Janez Brajkovič und Alexander Winokurow waren die ersten beiden, die Loosli zwei Kilometer vor dem Ziel passierten. Knapp dahinter folgte eine neunköpfige Gruppe um Valverde, die einen Kilometer vor dem Ziel das Leader-Duo wieder einholte. Daraufhin attackierte Winokurow ein weiteres Mal und als es 200 Meter vor dem Ziel so schien, als wäre ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen, griff Valverde in der dahinterliegenden Gruppe noch einmal an. Am Ende übersprintete er Winokurow, der sich die letzten Meter ins Ziel schleppte und die Etappe nur als Sechster beendete. Zweiter wurde Carlos Sastre vier Sekunden zurück vor José Ángel Gómez Marchante mit weiteren zwei Sekunden Rückstand.
Danilo Di Luca erreichte das Ziel mit 1:58 Minuten Rückstand und verlor das Goldene Trikot an Janez Brajkovič. Dieser übernahm auch die Führung in der Berg- und Kombinationswertung.
1. Zwischensprint in Toreno (101 km)
2. Zwischensprint in Ponferrada (124,7 km)
Alto de El Morredero (Ponferrada), Kategorie 1 (154,2 km)
Der achte Tagesabschnitt begann recht unruhig mit mehreren Ausreißversuchen. Erst nach 68 Kilometern konnte sich Kevin Van Impe entscheidend absetzen. Er fuhr sich trotz hoher Geschwindigkeit im Peloton einen maximalen Vorsprung von etwa 5:40 Minuten heraus. Nach etwa 100 Kilometern alleiniger Flucht wurde er 13 Kilometer vor dem Ziel wieder eingeholt.
Danach kam es zu einer Attacke von Óscar Pereiro und René Haselbacher. Sie wurden jedoch fünf Kilometer vor dem Ziel eingeholt.
Auf der mit vier Prozent Steigung versehenen Zielgeraden glich dann die Situation jener vom Vortag. Mit Luca Paolini hatte sich ein schneller Mann von der noch übrig gebliebenen, circa 65 Fahrer umfassenden, Gruppe gelöst. Er wurde jedoch vom Pechvogel der vorangegangenen Etappe, Alexander Winokurow, noch abgefangen, der sich 300 Meter vor dem Ziel aus dieser Gruppe gelöst hatte. Am Ende rettete er eine Sekunde vor Ruggero Marzoli und Uroš Murn ins Ziel.
1. Zwischensprint in El Barco de Valdeorras (43 km)
2. Zwischensprint in Quiroga (80 km)
Alto de Ares, Kategorie 3 (88 km)
Auf der Königsetappe versuchten größere Gruppen bereits zu Beginn, sich vom Peloton abzusetzen. Eine 19-köpfige namhafte Gruppe, die nach vier Kilometern ausgerissen war, wurde nach 23 Kilometern wieder gestellt.
Nach 27 Kilometern konnte sich dann eine elfköpfige Gruppe lösen, in der sich auch Pietro Caucchioli und David Arroyo wiederfanden. Wenig später schloss ein weiteres Quartett zu den elf Führenden auf, so dass die Gruppe auf 15 Fahrer anwuchs. Nachdem sie gemeinsam die Passhöhe des Puerto de Rañadoiro erreicht hatten, löste sich Dario Cioni aus der Spitzengruppe und versuchte, die Flucht alleine fortzusetzen. Mit Cionis Flucht war es aber bereits am Fuß des Puerto del Cerredo vorbei. In der Folge veränderte sich die Anzahl der Fahrer in der Gruppe ständig, der Vorsprung blieb jedoch bei konstanten fast vier Minuten.
Im Anstieg zum Alto de San Lorenzo zerfiel die Gruppe dann endgültig und der Vorsprung schmolz rapide. Nur David Arroyo, Egoi Martínez und Igor Antón erreichten mit 46 Sekunden Vorsprung auf das noch etwa 20 Mann umfassende Feld, aus dem Iban Mayo bereits zurückgefallen war, zusammen die Passhöhe. Mit leichtem Rückstand folgte noch José Miguel Elías.
Zu Beginn des Schlussanstiegs belauerten sich die Favoriten, während das Team Caisse d’Epargne-Illes Balears das Feld kontrollierte. Am Fuße des Anstiegs wagte Olympiasieger Paolo Bettini einen Angriff. Er wurde jedoch bald von Sylwester Szmyd eingeholt. Dann starteten Alexander Winokurow und Andrei Kaschetschkin vom Team Astana eine Gemeinschaftsattacke. Sie fuhren schnell einen Vorsprung von 30 Sekunden heraus. In der Gruppe dahinter attackierte Carlos Sastre, was den Gesamtführenden Janez Brajkovič in Bedrängnis brachte und er dem Tempo nicht mehr folgen konnte. Am Hinterrad von Sastre folgten Alejandro Valverde, José Ángel Gómez Marchante und Danilo Di Luca. Nach einer weiteren Tempoverschärfung Sastres fielen Gomez Marchante und auch Di Luca zurück, während Valverde die Aktion einen Kilometer später konterte und sich allein auf die Verfolgung des Führungsduos machte. Dort erhöhte Winokurow das Tempo und sicherte sich seinen zweiten Tagessieg. Valverde sicherte sich, da er Kaschetschkin auf dem vorletzten Kilometer noch passierte, den zweiten Platz mit 16 Sekunden Rückstand. Als Dritter folgte Kaschetschkin 21 Sekunden zurück.
Alejandro Valverde sicherte sich durch seinen zweiten Platz das Goldene Trikot des Gesamtführenden und übernahm auch die Führung in der Kombinationswertung. Pietro Caucchioli konnte sich am Ende des Tages das Trikot des besten Bergfahrers überstreifen.
1. Zwischensprint in San Antolín (29 km)
2. Zwischensprint in San Martín de Teverga (177,8 km)
Alto de Miñide, Kategorie 3 (6,5 km)
Puerto de Connio, Kategorie 1 (50 km)
Puerto de Rañadoiro, Kategorie 1 (75,3 km)
Puerto del Cerredo, Kategorie 3 (102 km)
Alto de San Lorenzo, Kategorie Especial (166,6 km)
Alto de La Cobertoria, Kategorie 1 (207,4 km)
Nach dem Ruhetag begannen direkt nach dem Start einzelne Fahrer zu attackieren. Nachdem mehrere Versuche erfolglos endeten, formte sich nach etwa 40 Kilometern eine 24 Fahrer umfassende namhafte Spitzengruppe, die sich wenig später auf 15 Fahrer verkleinerte. In ihr befanden sich unter anderem Iban Mayo, Wladimir Gussew, Michael Rasmussen, Davide Rebellin, Wladimir Karpez, David Millar, Sérgio Paulinho, Francisco José Ventoso und Xavier Florencio. Sie fuhren sich einen maximalen Vorsprung von 9:07 Minuten heraus, so dass Karpets zwischenzeitlich virtuell im Goldenen Trikot fuhr. Nachdem das Team CSC um den im Gesamtklassement drittplatzierten Carlos Sastre die Tempoarbeit im Hauptfeld übernahm, verringerte sich der Vorsprung.
An der einzigen Bergwertung des Tages, die sich etwa zwölf Kilometer vor dem Ziel befand, attackierte der bisher enttäuschende Iban Mayo, jedoch erfolglos. Wenig später versuchte Sébastien Joly das Belauern der starken Bergfahrer auszunutzen. Er konnte sich aber auch nicht entscheidend absetzen. Nach einer weiteren Attacke von Jewgeni Petrow kurz vor der Bergwertung fiel die Gruppe auseinander. Die zurückgefallenen Fahrer fanden auf der Abfahrt aber wieder Anschluss, während das Feld die Bergwertung mit 3:30 Minuten Rückstand erreichte.
Vier Kilometer vor dem Ziel attackierte Dario Cioni erfolglos, was jedoch zur Folge hatte, dass auch andere Fahrer versuchten sich zu lösen. Den entscheidenden Angriff setzte Sérgio Paulinho einen Kilometer vor dem Ziel und sicherte sich nach der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2004 seinen ersten Erfolg bei den Profis. Auf den weiteren Plätzen folgten zwei Sekunden zurück Davide Rebellin und Xavier Florencio. Das Hauptfeld erreichte das Ziel mit einem Rückstand von 3:54 Minuten.
1. Zwischensprint in Llanes (120,4 km)
2. Zwischensprint in Cobreces (179 km)
Alto del Mirador de Cildad, Kategorie 3 (187,7 km)
Bereits zu Beginn des welligen Teilstücks, zu dem Vorjahressieger Denis Menschow nicht mehr antrat, versuchten sich wieder früh einige Fahrer vom Feld zu lösen. Nach 27 Kilometern konnten sich dann 13 Fahrer, unter ihnen Thor Hushovd, Dario Cioni und Egoi Martínez, einen entscheidenden Vorsprung herausfahren. Als die Gruppe einen Vorsprung von etwa einer Minute auf das Feld hatte, versuchte David Cañada aus selbigem zu den Führenden aufzuschließen. Zwar konnte auch er sich vom Hauptfeld lösen, doch auf die Spitzengruppe verlor er weiter Zeit. So brach er den Versuch nach 52 Kilometern alleiniger Fahrt ab und wartete auf das Hauptfeld.
Unterdessen hatte sich Martínez am Fuße des Alto del Escudo von seinen zwölf Konkurrenten gelöst und die Fahrt alleine fortgesetzt. Während das Feld bummelte und den Vorsprung weiter ansteigen ließ, ließ die Verfolgergruppe Martínez bis auf etwa drei Minuten wegziehen. Als Iñigo Landaluze und Wolodymyr Hustow auf dem flacheren Teil der Etappe zusammen die Verfolgung von Martínez aufnahmen, der inzwischen nur noch etwa eine Minute Vorsprung hatte, wartete dieser und sie setzten die Flucht zu dritt fort. Dabei bauten sie den Vorsprung auf die Verfolger wieder aus, die sich uneinig waren, jedoch vom Hauptfeld nicht mehr gefährdet werden konnten.
Etwa zehn Kilometer vor dem Ziel attackierte Martínez erneut und konnte sich wiederum von seinen Mitstreitern absetzen. Am Ende siegte er mit 55 Sekunden vor Landaluze und Hustow. Aus der Verfolgergruppe heraus, die mit 3:35 Minuten Rückstand ins Ziel kam, überquerte Thor Hushovd die Ziellinie als Erster. Das Hauptfeld erreichte das Ziel mit 15:04 Minuten Rückstand.
1. Zwischensprint in Villacarriedo (28,3 km)
2. Zwischensprint in Vega de Pas (46 km)
Puerto de la Braguía, Kategorie 1 (39 km)
Puerto del Escudo, Kategorie 1 (72,5 km)
Puerto de Carrales, Kategorie 3 (86,7 km)
Auf der leicht welligen Etappe setzte sich nach 16 Kilometern ein Quartett ab, dass nach weiteren neun Kilometern Unterstützung durch weitere fünf Fahrer erhielt. Der namhafteste Fahrer der Gruppe war Magnus Bäckstedt. Da das Feld die Ausreißer aber nicht außer Sichtweite fahren ließ, endete der Fluchtversuch am Beginn der einzigen Bergwertung bei Rennkilometer 64.
Nachdem das Feld geschlossen über die Bergwertung gefahren war, setzte sich dann auf der Abfahrt eine elfköpfige Gruppe ab, in der sich unter anderem Paolo Bettini, Bernhard Eisel und Wladimir Gussew befanden. Kurze Zeit später stieß mit David Arroyo ein zwölfter Mann hinzu. Der Vorsprung für die Zwölfergruppe stieg schnell auf knapp über elf Minuten an, ehe das Team Astana sich gezwungen sah die Tempoarbeit im Hauptfeld zu übernehmen.
Dreizehn Kilometer vor dem Ziel begannen dann die Attacken in der Ausreißergruppe mit einem Vorstoß von Bernhard Eisel, dem Luca Paolini folgte. Sie wurden aber nach wenigen hundert Metern wieder von den restlichen Fahrern eingeholt. Den nächsten Angriff fuhr Heinrich Haussler sechs Kilometer vor dem Ziel, jedoch reagierten seine Mitstreiter und es kam zu weiteren Attacken. Die entscheidende setzte Luca Paolini als noch vier Kilometer zu fahren waren. Er siegte am Ende mit fünf Sekunden Vorsprung auf Bart Dockx und Paolo Bettini. Das Hauptfeld erreichte das Ziel mit 8:53 Minuten Rückstand.
1. Zwischensprint in Ayllón (44,8 km)
2. Zwischensprint in Yunquera de Heranes (153 km)
Alto de Santibáñez de Ayllon, Kategorie 3 (66,4 km)
Im Gegensatz zu den Vortagen begann die Etappe ruhig. Erst nach 19 Kilometern wagte Ángel Vallejo einen Vorstoß, der im Anstieg zur ersten Bergwertung von 29 weiteren Fahrern Unterstützung erhielt. Der Fluchtversuch endete aber bereits vor der Wertung.
Nach 52 Kilometern startete dann eine neue, 13 Fahrer umfassende Gruppe einen Angriff. Aus dieser Gruppe setzte sich im Anstieg zum Alto de Córcoles ein Quintett ab. Namentlich handelte es sich hierbei um Michael Boogerd, Davide Rebellin, Iñigo Landaluze, Frédéric Bessy und Lars Bak. Sie fuhren sich einen maximalen Vorsprung von 7:38 Minuten heraus, ehe das Team Milram und Quick Step-Innergetic die Verfolgung aufnahmen und den Vorsprung schrumpfen ließen. Zwanzig Kilometer vor dem Ziel war der Fluchtversuch beendet.
Dann ging es für das geschlossene Feld mit hohem Tempo in den letzten Berg, wo René Haselbacher den ersten Angriff fuhr. Seine Attacke wurde jedoch von Danilo Di Luca gekontert. Auf Höhe der Bergwertung verblieb eine Sextett um Alejandro Valverde, Alexander Winokurow, Carlos Sastre, Luis Pérez, Danilo Di Luca und Paolo Bettini, die in der Abfahrt aber nichts riskierten und so dahinterliegende Fahrer wieder aufschlossen. Aus dieser Gruppe löste sich Samuel Sánchez sieben Kilometer vor dem Ziel. Dieser rettete am Ende wenige Meter Vorsprung vor Thor Hushovd und Alejandro Valverde ins Ziel.
Valverde konnte durch seinen dritten Platz und die achtsekündige Zeitbonifikation seinen Vorsprung in der Gesamtwertung leicht ausbauen.
1. Zwischensprint in Sacedón (51 km)
2. Zwischensprint in Priego (100 km)
Alto de la Tendilla, Kategorie 3 (31 km)
Alto de Córcoles, Kategorie 3 (60,2 km)
Alto del Castillo, Kategorie 3 (167,2 km)
Das erste Einzelzeitfahren war 33,2 Kilometer lang und vom Profil, mit Ausnahme des Anstiegs zum und der Abfahrt vom Alto del Castillo, der bereits auf der vorangegangenen Etappe, im Streckenverlauf stand, größtenteils flach.
Als erster Fahrer ging um 10.57 Uhr Cyril Lemoine von Crédit Agricole, damals 158. und Letzter im Gesamtklassement mit bereits 2:03:16 Stunden Rückstand auf den Führenden Alejandro Valverde, an den Start. Valverde ging als letzter Starter um 14.03 Uhr auf die Strecke.
Die erste Richtzeit setzte der Schweizer Fabian Cancellara vom Team CSC, der bereits als Elfter auf die Strecke gegangen war. Seine Zeit von 40:54 Minuten hatte lange Zeit Bestand und wurde erst von David Millar nach etwa eineinhalb Stunden eingestellt.
Unter den Top 5-Fahrern des Gesamtklassements fuhr Alexander Winokurow die beste Zeit bis zum 1. Zwischenzeitmesspunkt nach 9,9 Kilometern. Mit seiner Zeit von 12:28 Minuten lag er zwischenzeitlich auf dem siebten Rang mit jeweils acht Sekunden Vorsprung auf Valverde und Andrei Kaschetschkin. Carlos Sastre folgte mit 15 Sekunden Rückstand und José Ángel Gómez Marchante mit 17 Sekunden.
An der zweiten Zwischenzeit auf dem Alto de Castillo nach 20,7 Kilometern lag Winokurow dann in Führung und hatte seinen Vorsprung auf alle Konkurrenten ausgebaut. Während Valverde nur zehn Sekunden hinter ihm lag, hatten Kaschetschkin 25, Sastre 30 und Gómez Marchante gar 40 Sekunden Rückstand.
Im Ziel hatte Winokurow dann als Dritter fünf Sekunden Rückstand auf Millar und Cancellara. Valverde platzierte sich als Vierter mit insgesamt 13 Sekunden Rückstand und acht auf Winokurow. Kaschetschkin verlor als Fünfter 21 Sekunden auf Winokurow, Sastre als Achter 41 Sekunden und Gómez Marchante als Dreizehnter 1:10 Minuten. Der Vorsprung Millars betrug letztendlich 546 Tausendstelsekunden auf Cancellara.
Valverde behielt das Goldene Trikot und baute seinen Vorsprung auf alle Konkurrenten mit Ausnahme von Winokurow, der den vierten Platz im Gesamtklassement übernahm, aus.
1. Zwischenzeitmesspunkt in Valdecabras (9,9 km)
2. Zwischenzeitmesspunkt auf dem Alto del Castillo (20,7 km)
Alto del Castillo, Kategorie 3 (20,7 km)
Auf der letzten Flachetappe vor den anstehenden Gebirgsetappen setzten sich nach zwölf Kilometern Jorge García Marín und Kjell Carlström ab. Das Duo fuhr einen maximalen Vorsprung von 6:30 Minuten heraus, ehe Carlström den Fluchtversuch nach 95 Kilometern abbrach und sich ins Feld zurückfallen ließ. García Marín vergrößerte daraufhin den inzwischen etwas geschmolzenen Vorsprung wieder auf über sechs Minuten. Jedoch endete auch sein Ausreißversuch 14 Kilometer vor dem Ziel.
Acht Kilometer vor dem Ziel wagte David Millar nochmal einen erfolglosen Angriff. Im Zielsprint siegte dann der Deutsche Robert Förster vor Stuart O’Grady und Danilo Napolitano. Er sicherte sich nach dem Sieg auf der Schlussetappe des Giro d’Italia nun auch seinen ersten Sieg bei der Spanien-Rundfahrt.
1. Zwischensprint in Requena (73,5 km)
2. Zwischensprint in Catadau (163 km)

Nach dem Ruhetag begannen direkt wieder zu Beginn die Attacken. Erst versuchte sich eine 27 Fahrer starke Gruppe abzusetzen, was jedoch misslang. Auch weitere Fluchtversuche wurden vom Feld schnell beendet, ehe sich nach circa 32 Kilometern 14 Fahrer, darunter Pietro Caucchioli, Egoi Martínez und Daniel Becke. Bis zum Gipfel des Alto de Velefique hatte sich diese Gruppe etwa vier Minuten auf das Hauptfeld herausgefahren, wobei diese nur noch aus 13 Fahrern bestand, da Jérémy Roy noch vor dem Gipfel ins Feld zurückgefallen war.
Im ersten Anstieg zum Alto de Calar Alto zerfiel die Gruppe dann in mehrere Teile und es verblieben acht Fahrer. Martínez und Caucchioli erreichten die Bergwertung als Erste gemeinsam mit ihren noch sechs verbliebenen Mitstreitern. Das Hauptfeld folgte mit einem Rückstand von 5:21 Minuten auf der Passhöhe. Auf der etwa 40 Kilometer langen Abfahrt vergrößerte sich sowohl die Führungsgruppe wieder als auch der Vorsprung auf das Hauptfeld auf zwischenzeitlich fast sechs Minuten.
Bis zum zweiten Anstieg hinauf zur Sternwarte war der Vorsprung der Ausreißer auf etwa 4:30 Minuten geschmolzen. Nach einer Attacke von José Antonio Redondo und Daniel Becke zerfiel die Spitzengruppe wieder, jedoch musste Becke nach kurzer Zeit abreißen lassen. Iñigo Landaluze und Egoi Martínez nahmen dann die Verfolgung des Führenden auf. Unterdessen war Andrei Kaschetschkin in der Gruppe um Alejandro Valverde als Erster nicht mehr in der Lage den anderen zu folgen. Nach einer Tempoverschärfung von Carlos Sastre konnten nur Valverde, Samuel Sánchez und Alexander Winokurow folgen, der daraufhin selbst einen Angriff lancierte. Seine drei Kontrahenten folgten ihm aber. Dann versuchte es wieder Sastre, gefolgt von einer Attacke von Sánchez. Nach einer weiteren Attacke von Winokurow konnte nur Valverde ihm folgen, während Sánchez, Sastre und der inzwischen aufgeschlossene Tom Danielson zurückfielen. Vier Kilometer vor dem Ziel überholten sie dann auch die letzten Fahrer der einstigen Spitzengruppe, sowie Igor Antón, der zu Redondo aufgeschlossen hatte. Antón erholte sich aber und übernahm wieder die Führung, während die abgehängten Fahrer wieder zum Duo Valverde-Winokurow aufschlossen. Während sich die Favoriten belauerten, baute Antón seinen Vorsprung schnell aus. Zwei Kilometer vor dem Ziel versuchte es Winokurow noch einmal, jedoch folgten Valverde und Sastre abermals. Am Ende fuhren Valverde und Winokurow geschlossen über die Ziellinie. Sastre folgte mit fünf Sekunden Rückstand.
Igor Antón sicherte sich den ersten Sieg seiner Profikarriere vor Valverde und Winokurow, der den zweiten Platz in der Gesamtwertung übernahm, zeitgleich mit Carlos Sastre.
1. Zwischensprint in Tabernas (25,8 km)
2. Zwischensprint in Bacares (74,7 km)
Alto de Velefique, Kategorie 1 (56,3 km)
Alto de Calar Alto, Kategorie 1 (88 km)
Sternwarte Calar Alto, Kategorie Especial (145 km)
Die ersten Attacken auf der mit drei Bergen gespickten Etappe begannen bereits nach drei Kilometern. Nachdem sich zu Beginn eine größere Gruppe mit 17 Fahrern, unter anderem Andrei Kaschetschkin war darin vertreten, versuchte zu lösen, zerfiel das Hauptfeld gleich am ersten Anstieg. Die Gruppe erreichte gemeinsam die Passhöhe des Alto de Albandon.
Auf der Abfahrt lösten sich dann Eric Leblacher, Tom Danielson, Dmitri Fofonow, Lars Bak, Stéphane Goubert und Sérgio Paulinho aus der Spitzengruppe und setzten die Flucht fort. Sie fuhren sich einen maximalen Vorsprung von 4:21 Minuten heraus.
Bis zum Anstiegsbeginn des Alto de Monachil war der Vorsprung auf zweieinhalb Minuten gesunken, während das Team CSC mit hohem Tempo in den Berg fuhr und die Favoritengruppe sich auf wenige Fahrer reduzierte. Dann griff Kaschetschkin an, dem Luis Pérez, José Ángel Gómez Marchante und Leonardo Piepoli folgten. Alejandro Valverde, Alexander Winokurow und Carlos Sastre belauerten sich unterdessen und ließen die Kontrahenten ziehen. In der Spitzengruppe hatte sich Danielson von seinen fünf Konkurrenten gelöst und fuhr alleine dem Gipfel entgegen. Hinten griff dann Valverde an, dem Winokurow und Sastre folgten, während davor Gómez Marchante und Kaschetschkin zusammenfuhren. Nach einer weiteren Attacke von Winokurow hatten Valverde und Sastre Probleme zu folgen. Winokurow schloss alsbald zum Duo Kaschetschkin-Gómez Marchante auf. Dann hatte Sastre Probleme das Hinterrad von Valverde zu halten und musste auch ihn ziehen lassen. Auf der Passhöhe war Danielson der Erste. Dahinter folgte mit 35 Sekunden Rückstand das Trio Kaschetschkin-Winokurow-Gómez Marchante, weitere sieben Sekunden dahinter Valverde, der auf der anschließenden Abfahrt zum Trio aufschloss. Als Valverde aufgeschlossen hatte, griff Winokurow in der Abfahrt ein weiteres Mal an und setzte sich ab. Fünf Kilometer vor dem Ziel schloss Winokurow zu Danielson auf und einen weiteren Kilometer später hatte die Gruppe um Sastre zu Valverde & Co. aufgeschlossen.
Auf der Zielgeraden überließ Winokurow Danielson kampflos den Sieg. Als Dritter folgte Samuel Sánchez. Valverde erreichte das Ziel als Achter mit 1:39 Minuten Rückstand und verlor das Goldene Trikot an Winokurow, der für den zweiten Platz noch eine zwölfsekündige Zeitbonifikation erhielt.
Die Bergwertung übernahm Egoi Martínez trotz Punktgleichheit mit Pietro Caucchioli, da er mehr Bergwertungen der Kategorie 1 als Erster erklommen hatte.
1. Zwischensprint in Dúrcal (100 km)
2. Zwischensprint in Monachil (130,2 km)
Alto de Albandon, Kategorie 1 (36 km)
Alto de Lanjarón, Kategorie 3 (86 km)
Alto de Monachil, Kategorie 1 (146,7 km)
Auch auf dieser Etappe begann bereits nach vier Kilometern ein Ausreißversuch. Auf Initiative von Olivier Kaisen setzten sich mit ihm Markel Irízar, Raúl García de Mateoss, Nicki Sørensen, Benoît Poilvet, Pierre Drancourt und Pedro Horrillo ab. Iñigo Landaluze versuchte zwar noch zur Gruppe aufzuschließen, konnte dies aber nicht verwirklichen und ließ sich wieder ins Hauptfeld zurückfallen. Das Führungsseptett fuhr sich einen maximalen Vorsprung von 4:05 Minuten heraus.
Am Fuße des Anstiegs zum Alto de Los Villares war der Vorsprung auf 1:36 Minuten gesunken und die Gruppe zerfiel nach einer Attacke von García De Mateo. Nur Sørensen, Poilvet und Kaisen waren in der Lage zu folgen. Nach einer weiteren Tempoverschärfung von Sørensen musste auch Poilvet reißen lassen und ein Trio verblieb an der Spitze. Als nächste konnten dann Kaisen und García De Mateo nicht mehr das Tempo mitgehen und Sørensen setzte die Flucht alleine fort. Im Hauptfeld griff dann Iban Mayo an, wenig später auch Egoi Martínez. Sie schlossen noch vor der Passhöhe zu Sørensen auf, der dem Tempo der beiden nicht mehr folgen konnte. Ihr Vorsprung auf das etwa 25 Fahrer umfassende Feld betrug an der Bergwertung 42 Sekunden.
Nach einer kurzen Abfahrt folgte dann der Schlussanstieg zur Sierra de la Pandera, den die beiden Ausreißer mit einem Vorsprung von 18 Sekunden auf die dahinterliegende Gruppe in Angriff nahmen. Dort griff Luis Pérez an, der ebenso wie das Feld das Führungsduo schnell einholte. An der Spitze verblieb eine 15-köpfige Spitzengruppe, ehe Andrei Kaschetschkin durch einen Angriff die Gruppe sprengte. Daraufhin griff Alexander Winokurow an. Alejandro Valverde und Carlos Sastre waren nicht in der Lage zu folgen und mussten ihn ziehen lassen. Nach einer Attacke von Kaschetschkin, dem José Ángel Gómez Marchante und Carlos Sastre folgten, in der Verfolgergruppe konnte Valverde auch diesen nicht mehr folgen. Kaschetschkin griff dann im Verfolgertrio ein weiteres Mal an und schloss alleine zu Winokurow auf. Unterdessen hatte Valverde Sastre wieder passiert.
Im Ziel überließ Winokurow seinem Teamkollegen Kaschetschkin den Sieg. Als Dritter kam Gómez Marchante mit 30 Sekunden Rückstand ins Ziel. Valverde folgte als Vierter weitere zwei Sekunden dahinter. Winokurow übernahm, da er im Gesamtklassement besser platziert ist, nun auch den ersten Platz in der Kombinationswertung punktgleich mit Valverde.
1. Zwischensprint in Huelma (68,5 km)
2. Zwischensprint in Los Villares (129,3 km)
Alto de Las Encebras, Kategorie 3 (45,6 km)
Alto de Los Villares, Kategorie 2 (140,4 km)
Sierra de la Pandera, Kategorie Especial (153,1 km)
Im Gegensatz zu den vorangegangenen Tagen begann die Etappe sehr ruhig und so fingen die ersten Attacken erst nach 38 Kilometern an. Nach 48 Kilometern setzten sich dann Wladimir Gussew, Vicente García Acosta, José Luis Arrieta und Aketza Peña ab. Sie erhielten wenig später Unterstützung von David Loosli, Lars Bak, Pieter Mertens und Dmitri Fofonow, so dass sich letztendlich acht Fahrer in der Gruppe befanden. Das Oktett baute seinen Vorsprung kontinuierlich auf maximal 12:05 Minuten. Elf Kilometer vor dem Ziel begannen die Fahrer der Spitzengruppe die Entscheidung zu suchen. Ein Angriff von Bak sieben Kilometer vor dem Ziel sprengte die Gruppe dann. Nach anfänglichen Problemen schlossen Arrieta, Loosli und Fofonow zwei Kilometer vor dem Ziel zu ihm auf, während die restlichen vier Fahrer nichts mehr mit dem Rennausgang zu tun hatten.
Am Ende erwies sich José Luis Arrieta als der stärkste Fahrer der Gruppe und sicherte sich seinen insgesamt zweiten Vuelta-Sieg nach 1993 vor Fofonow und Loosli. Das Hauptfeld erreichte das Ziel mit einem Rückstand von 11:16 Minuten.
Egoi Martínez, der Führende in der Bergwertung, hat das Trikot bereits sicher sollte er in Madrid ankommen.
1. Zwischensprint in Las Viñas de Peñallana (50 km)
2. Zwischensprint in Puertollano (161,2 km)
Alto del Parque Natural de Andújar, Kategorie 2 (75 km)
Alto de Sierra Madrona, Kategorie 3 (102,6 km)
Alto del Tamaral, Kategorie 3 (117 km)
Das zweite Einzelzeitfahren war 27,5 Kilometer lang und vom Profil her flach.
Als erster Fahrer ging um 11.33 Uhr Cyril Lemoine von Crédit Agricole, damals 135. und Letzter im Gesamtklassement mit bereits 3:17:18 Stunden Rückstand auf den Führenden Alexander Winokurow, an den Start. Winokurow ging als letzter Starter um 14.06 Uhr auf die Strecke.
Die erste Richtzeit setzte der Belgier Sébastien Rosseler von Quick Step-Innergetic, der bereits als Sechzehnter auf die Strecke gegangen war. Seine Zeit von 34:39 Minuten wurde jedoch wenig später von anderen Fahrern unterboten. Bis die Spitzenreiter im Gesamtklassement auf die Strecke gingen, hielt der Ungar László Bodrogi mit 34:05 Minuten die Bestzeit.
Unter den Top 5-Fahrern des Gesamtklassements fuhr Alejandro Valverde an der ersten Zwischenzeit die absolute Bestzeit mit 14:18 Minuten. Winokurow folgte mit nur drei Sekunden Rückstand. Carlos Sastre lag 18 Sekunden dahinter, Andrei Kaschetschkin 26 und José Ángel Gómez Marchante 37.
Am zweiten Zwischenzeitmesspunkt hatte Winokurow die Führung übernommen mit einer Zeit von 26:18 Minuten. Valverde folgte mit zwölf Sekunden Rückstand.
Im Ziel sicherte sich Winokurow seinen dritten Erfolg im Verlauf der Rundfahrt. Auf dem zweiten Platz folgte überraschend Samuel Sánchez mit sechs Sekunden Rückstand. Den dritten Rang belegte Alejandro Valverde, der weitere 19 Sekunden auf den vermeintlichen Gesamtsieger Winokurow einbüßte.
1. Zwischenzeitmesspunkt (11,3 km)
2. Zwischenzeitmesspunkt (20,5 km)
Wie nicht anders zu erwarten begann die Fahrt nach Madrid sehr ruhig. Erst nach 50 Kilometern versuchten sich Sébastien Rosseler, Kjell Carlström und László Bodrogi abzusetzen. Bodrogi brach den Versuch im Interesse seines Teams jedoch ab und die beiden anderen Fahrer wurden alsbald vom Hauptfeld unter dem Tempodiktat von Relax-GAM Fuenlabrada eingeholt.
Mit der Einfahrt auf die Paseo de la Castellana in Madrid begann das Rennen dann tatsächlich. Auf der zweiten von insgesamt acht Runden setzte sich eine siebenköpfige Spitzengruppe ab in der sich Óscar Pereiro, Luis Pérez, Christopher Horner, Frédéric Bessy, Pierre Drancourt, Jorge García Marín und Ángel Vallejo befanden. Sie konnte sich aber nie wirklich vom Feld lösen und wurde sieben Kilometer vor dem Ziel eingeholt. Daraufhin wagte Kevin De Weert eine weitere Attacke, doch auch er war nicht erfolgreich.
Im Zielsprint sicherte sich Erik Zabel seinen zweiten Tageserfolg vor Thor Hushovd und Aurélien Clerc.
Alexander Winokurow gewann seine erste dreiwöchige Rundfahrt, während Hushovd sich nach dem Gewinn des Grünen Trikot bei der Tour de France auch die Punktewertung der Vuelta sicherte. Egoi Martínez lag am Ende in der Bergwertung vorne. Winokurow hatte nach 21. Etappen auch die Führung in der Kombinationswertung inne, punktgleich mit Alejandro Valverde.
1. Zwischensprint in Morata de Tajuña (33,1 km)
2. Zwischensprint in Fuenlabrada (66,8 km)

Burg Waldeck (Schwarzwald)

Die Burgruine Waldeck ist die Ruine einer Spornburg auf einem 410 m ü. NN hohen Felssporn über dem Nagoldtal und dem kleinen Ort Kohlerstal bei der Stadt Calw im Landkreis Calw in Baden-Württemberg.

Wann diese Burg errichtet wurde ist unklar. 1140 wird erstmals ein Ortwin von Waldeck erwähnt. Die ältesten erhaltenen Baureste datieren nicht vor 1200. Die Herren von Waldeck waren „grafenähnlichen“ Standes und hatten sich im Laufe des 13. Jahrhunderts ein umfangreicheres Territorium erwirtschaftet. Mehrere Gütervergaben an Klöster zeugen von ihrer Prosperität. Diese dürfte nicht zuletzt durch die Ausbeutung der nahegelegenen Silberminen von Neubulach begünstigt worden sein. Jedoch scheint der Einfluss der Waldecker in der Region zu stark geworden zu sein, so dass sich ihre Lehnsherren, die Grafen von Hohenberg, veranlasst sahen, mehrere Waldecker Burgen zweimal, 1279 und 1284, zu belagern. Die zweite Belagerung erfolgte mit Unterstützung des habsburgischen Königs Rudolfs von Habsburg und endete mit der Zerstörung der Burgen. Nach der Zerstörung wurde Albrecht von Hohenberg Besitzer und baute die Burg wieder auf. Er setzte derer von Waldeck als Vögte ein, die sich heimlich mit den Herren von Baden zusammenschlossen und 1287 derer von Hohenberg besiegten. Durch ihren Sieg wurden sie edelfrei. Mit dem Aussterben der Linien derer von Waldeck 1417 und 1553 ging die Burg an Württemberg. Mehrere Quellen berichten übereinstimmend von „quinque castra in uno monte“. Diese Angabe wurde lange bezweifelt. Jedoch haben Untersuchungen im Vorfeld der Ruine Waldeck ergeben, dass auf dem Bergsporn westlich von ihr drei weitere Burgen existierten. Durch Buckelquadermauerwerksreste weisen sich alle drei als Bauwerke des 13. Jahrhunderts aus. Demnach ist die Quellenüberlieferung von mehreren Burgen auf einem Berg korrekt. Die fehlende fünfte Burg könnte in einem Turm gesehen werden, der separat auf einem Felsklotz stand, welcher der westlichen Burg vorgelagert war. Nach der Zerstörung müssen mehrere Burgen wieder aufgebaut worden sein. Diese wurden jedoch spätestens im 15. Jahrhundert wieder aufgegeben und nur die heute bekannte, gut erhaltene Ruine Waldeck bis ins 17. Jahrhundert weiter ausgebaut und bewohnt. Vermutlich wurde die Anlage 1688 im pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen endgültig zerstört.
Von den Burgen auf dem Sporn westlich der Ruine Waldeck sind nur noch Grundmauerreste, teilweise in Buckelquaderwerk, erhalten. Die Ruine selbst zeigt auf dem zentralen Felsen Reste eines kompakten Baus, bestehend aus einem Wohngebäude und dem Bergfried. Sie dürften nach der Zerstörung von 1284 entstanden sein. Umfangreiche Außenwerke sind mehreren Bauphasen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit zuzuordnen.

Bund der Maisstrohgesichter

Die Maisstrohgesichter sind ein Maskenbund der Irokesen-Indianer.
Zusammen mit dem Bund der Falschgesichter gehören sie zu den berühmtesten Bünden. Sie haben ihre eigene Tabak-Beschwörung, ein eigenes Medizinlied und ihre eigenen Tänze. Und sie haben die Macht zu heilen. Die Strohmasken (husk-faces) werden auch „buschige Köpfe“ (bushy-heads) genannt. Diese repräsentieren andere, an die Erde gebundene, übernatürliche Wesen, die mit der Menschheit einen Pakt geschlossen haben. Sie zeigten den Menschen die Kunst der Jagd und der Landwirtschaft. Die Führer dieser lose organisierten Gesellschaft agierten als Wasserärzte. Sie bemühten sich, Kranke zu heilen, indem sie diese mit Wasser besprengten. Zwei Maisstrohgesichter betätigen sich bei den Midwinter-Langhaus-Zeremonien für die Falschgesichter als Türhüter.
Die Strohmasken können etwas bösartig als Türmatten beschrieben werden. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Masken Augen- und Mundlöcher haben. Und es werden noch Haare befestigt.
Der Legende nach sind die Strohgesichter ein Bauernvolk, das in einer Schlucht auf der anderen Seite der Erde lebt. Einmal jährlich besuchen sie die Langhäuser der Seneca für zwei Nächte. Dies geschieht während der Midwinter-Zeremonie. Wenn sie kommen, stoppen sie die Tänze und kidnappen einen Häuptling als Dolmetscher. Als Boten der drei Schwestern, der Bohnen, des Maises und der Kürbisse, besitzen sie eine große Macht.

Altstoffsammelzentrum

Ein Altstoffsammelzentrum (ASZ) ist ein Wertstoffhof in Österreich zum getrennten Sammeln von Altstoffen. In Wien werden die ASZ als Mistplatz bezeichnet. Die Entsorgung ist bis auf Ausnahmen entgeltfrei.

Das Ziel eines ASZ ist, die Abfallarten möglichst sortenrein zu sammeln, um eine hohe Wiederverwertung zu erreichen.
Gesammelt werden 70 verschiedene Abfallarten, die in 5 Gruppen eingeteilt sind:
Kostenpflichtig für Privatpersonen sind u.a. Reifen und medizinische Abfälle. Für Gewerbetreibende ist zusätzlich die Entsorgung von Problemstoffen und Kunststoffen kostenpflichtig.
In Niederösterreich bestehen in allen Gemeinden Altstoffsammelstellen. Diese ist aber nicht überall gleich organisiert. So wird in manchen Gemeinden sowohl der Kunststoff teilweise periodisch von den Häusern abgeholt, in anderen werden diese Abfallstoffe über sogenannte Wertstoffinseln gesammelt. Ebenso wird Glas und Verpackungsmetalle, wie Dosen, gesammelt.
Im Bundesland stehen 435 Altstoffsammelzentren zur Verfügung. 2007 wurden 245.770 Tonnen Altstoffe gesammelt. Organisiert werden die Zentren über 22 regionale Abfallverbände, an denen 555 Gemeinden beteiligt sind. Die Städte St. Pölten, Krems und Klosterneuburg haben jeweils eine eigene Organisation. Alle sind ihrerseits in dem 1993 gegründeten NÖ Abfallwirtschaftsverein Mitglieder.
In Oberösterreich besteht seit den 1990er Jahren ein dichtes Netz aus heute (2008) 180 Zentren. Alle Bezirke sind an der O.Ö. Landes-Abfallverwertungsunternehmen AG (OÖ LAVU AG) beteiligt, die die Planung, Betriebsführung und das Personal der ASZ sowie die Logistik und Verwertung der Abfallstoffe organisiert. Es wird ein Verwertungsgrad der Altstoffe von bis zu 90 % erreicht.
Im Jahr 2007 wurden in Oberösterreich 197.000 Tonnen Abfälle gesammelt. Dies entspricht einer Steigerung von 6,3 % gegenüber 2006.
Die Abfallwirtschaft in der Steiermark ist in 17 Abfallwirtschaftsverbänden gegliedert, die rund 400 Zentren betreiben. Gemeinden ohne fixes ASZ stehen mobile Zentren zur Verfügung. Die ersten ASZ wurden 1991 gegründet.
In Wien stehen seit 1988 rund 19 Mistplätze der MA 48 zur Verfügung. Sie sind vor allem für die Entsorgung der Abfälle der Privathaushalte gedacht, nicht für die Entsorgung von gewerblichem Müll oder bei Räumung einer Wohnung.
Zusätzlich zu den oben stehenden Abfallarten werden in Wien auch Bauschutt (Mauerteile, Gips, Fliesen,…) und Sperrmüll (Möbel, Teppiche, Fenster,…) angenommen.
Als Besonderheit ist der Mistplatz beim Rinterzelt auch sonn- und feiertags geöffnet.

Synagoge Montmartre

Die Synagoge von Montmartre ist eine Synagoge im Pariser Stadtviertel Montmartre. Sie wurde 1939 bis 1940 von der Association cultuelle israélite de Paris (Israelitische Kultusgemeinde von Paris, A.C.I.P.) unter dem Architekten Germain Debré errichtet. Sie befindet sich in der Rue Saint-Isaure Nr. 13 im 18. Arrondissement. Die nächsten Métrostationen sind Jules Joffrin an der Linie 12 und Simplon an der Linie 4.

In den 1880er Jahren hatten sich viele jüdische Einwanderer um Montmartre angesiedelt. 1907 kaufte die Association cultuelle israélite de Paris ein ehemaliges Theater mit 400 Plätzen, das der Architekt Lucien Hesse zur Synagoge umbaute. Der Kauf des Gebäudes wurde durch eine Spende der Gemahlin von Edmond de Rothschild ermöglicht. Am 27 Juni 1907 wurde die Synagoge durch den Großrabbiner J. H. Dreyfuss eingeweiht. Sehr bald erwies sich das Gebäude als zu klein und veraltet. Bereits ab 1936 entwarf der Architekt Germain Debré Pläne für eine neue Synagoge. Am 9. Juli 1939, ein knappes Jahr, nach dem die Synagogen in Deutschland in der sogenannten Reichspogromnacht zum großen Teil zerstört wurden, erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Synagoge von Montmartre. Bei den Attentaten auf Pariser Synagogen am 3. Oktober 1941 wurde die Synagoge von Montmartre durch einen Bombenanschlag schwer beschädigt.
Die Synagoge von Montmartre ist eine Betonkonstruktion. Im Gegensatz zu ihrem bescheidenen Vorgängerbau weist die Fassade der neuen Synagoge einen monumentalen Charakter auf. An den erhöhten Mitteltrakt schließen sich auf beiden Seiten zweistöckige, abgerundete und von großen Fenstern durchbrochene Seitenflügel an. Zwei Säulen, eine Anspielung auf die Säulen des Tempels Salomons, tragen den Türsturz des Portals. Im Zentrum der Fassade befindet sich eine große Fensterrose, deren Speichen den Davidstern (Magen David) bilden. Unter der Rosette sind zwei große Steinplatten in Form der Gesetzestafeln angebracht, auf denen in hebräischer Sprache die Zehn Gebote eingemeißelt sind. Über dem Eingang steht in Französisch die Inschrift: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Der Grundriss der Synagoge ist fast quadratisch. Auf drei Seiten umlaufen Emporen den Innenraum. Die Bima steht vor dem Toraschrein und nicht in der Mitte des Raumes wie in den orthodoxen Synagogen üblich. Der Toraschrein ist von einem Rahmen aus Marmor eingefasst. In seiner Mitte prangt der Davidstern mit den Gesetzestafeln. Über der Bima, die von achtarmigen Leuchtern umgeben ist, befindet sich eine kleine, von Glassteinen durchbrochene Kuppel. Die Wände sind mit hebräischen Inschriften versehen. Die Balustraden der Emporen tragen die Namen der Patriarchen, der biblischen Könige, der Propheten und − was seltener vorkommt − die Namen berühmter Frauen der Bibel. Auf den Fußbodenfließen des Vorraumes ist der Davidstern dargestellt.
Belleville | Buffault | Cadet | Chasseloup-Laubat | Copernic | Gaston-de-Caillavet | Montevideo | Montmartre | Notre-Dame-de-Nazareth | Pavée | Roquette | Saint-Lazare | Tournelles | Victoire
48.8936492.344004Koordinaten: 48° 53′ 37″ N, 2° 20′ 38″ O

Thomas W. Templeton

Thomas Weir Templeton (* 8. November 1867 in Plymouth, Luzerne County, Pennsylvania; † 5. September 1935 ebenda) war ein US-amerikanischer Politiker. Zwischen 1917 und 1919 vertrat er den Bundesstaat Pennsylvania im US-Repräsentantenhaus.
Thomas Templeton besuchte die öffentlichen Schulen seiner Heimat und das Wyoming Seminary in Kingston. Er studierte Jura und wurde im Jahr 1899 als Rechtsanwalt zugelassen, hat aber nicht in diesem Beruf praktiziert. Stattdessen arbeitete er als Florist. Zwischen 1904 und 1907 war er als Prothonotary bei der Verwaltung im Luzerne County angestellt. Politisch wurde er Mitglied der Republikanischen Partei.
Bei den Kongresswahlen des Jahres 1916 wurde Templeton im elften Wahlbezirk von Pennsylvania in das US-Repräsentantenhaus in Washington D.C. gewählt, wo er am 4. März 1917 die Nachfolge des Demokraten John J. Casey antrat, den er bei der Wahl geschlagen hatte. Da er im Jahr 1918 auf eine weitere Kandidatur verzichtete, konnte er bis zum 3. März 1919 nur eine Legislaturperiode im Kongress absolvieren. Diese war von den Ereignissen des Ersten Weltkrieges geprägt.
Nach dem Ende seiner Zeit im US-Repräsentantenhaus betätigte sich Thomas Templeton wieder als Florist. Zwischen 1920 und 1923 war er außerdem Verwaltungschef über die Liegenschaften des Pennsylvania State Capitol. Er starb am 5. September 1935 in seinem Geburtsort Plymouth.

May-Hegglin-Anomalie

Die May-Hegglin-Anomalie (MHA) ist eine sehr seltene autosomal-dominante Erbkrankheit, bei der die Blutplättchen verändert sind. Sie wird durch eine Mutation des MYH9-Gens verursacht. Die May-Heggelin-Anomalie gehört zusammen mit dem Sebastian-Syndrom, dem Fechtner-Syndrom und dem Epstein-Syndrom zur Gruppe der MYH9-assoziierten Erkrankungen. Die MHA ist von diesen ausgesprochen seltenen Erkrankungen die häufigste Form.

Die Ursache der MHA ist eine Punktmutation des MYH9-Gens, das sich beim Menschen auf Chromosom 22 Genlocus q11.2 befindet.
Das Gen kodiert für die schwere Kette eines Nicht-Muskel-Myosins Typ IIA (NMMHC-IIA). Dieses Protein wird in einigen Blutzellen, unter anderem in Monozyten und Thrombozyten, in der Hörschnecke (Cochlea) und in den Nieren exprimiert. Die Mutation bewirkt offensichtlich eine Konformationsänderung im Kopf des NMMHC-IIA-Proteins. Die Folge davon ist eine Störung der Aggregation des Proteins zu Döhle-Körperchen, was eine fehlerhafte Organisation des Zytoskeletts in den Megakaryozyten, den Vorläuferzellen der Thrombozyten bewirkt. Dies ist die Ursache für die Makrothrombozytopenie, die sich durch einen Mangel an Thrombozyten (eine sogenannte Thrombozytopenie) und übergroßen Thrombozyten mit Leukozyteneinschlüssen manifestiert. Die Größe der Thrombozyten kann dabei die von Erythrozyten sogar übertreffen.
MHA-Patienten weisen einen Mangel an Thrombozyten (Thrombozytopenie), sowie zusätzlich eine Funktionsstörung der Thrombozyten (Thrombozytopathie) auf. Die vorhandenen Thrombozyten sind erheblich größer als bei nicht betroffenen Menschen (Makrothrombozytopenie).
Im Gegensatz zum Epstein- und Fechtner-Syndrom entwickeln die Patienten keinen Hörverlust und keine Glomerulonephritis.
Die Therapie erfolgt im Wesentlichen symptomatisch. Vor Operationen ist unter Umständen eine Thrombozytentransfusion notwendig.
Aufgrund der Seltenheit der May-Hegglin-Anomalie sind keine gesicherten Daten bezüglich der Epidemiologie und der Prävalenz verfügbar. Die Prävalenz wird auf 1:500.000 geschätzt.
Die meisten Patienten haben eine normale Lebenserwartung.
Die May-Heggelin-Anomalie wurde erstmals 1909 von dem Münchner Internist Richard May (1863–1937) bei einer 24 Jahre alten Patientin beschrieben. Er fand in ihrem peripheren Blut Einschlüsse in den Leukozyten. 1945 berichtete der Schweizer Internist Robert Hegglin (1907–1969) von Riesenthrombozyten mit Thrombozytopenie und Einschlüssen in Leukozyten bei zwei Generationen einer Familie.

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